Ärzte Zeitung online, 16.01.2017

USA

Trump kündigt Krankenversicherung "für alle" an

Als Nachfolge der Gesundheitsreform "Obamacare" verspricht Donald Trump ein Versicherungssystem, das allen US-Amerikanern offen steht.

WASHINGTON. Im Wahlkampf hatte Trump die Gesundheitsreform seines Amtsvorgängers als "Katastrophe" bezeichnet und deren Abschaffung angedroht. Nach der Wahl milderte er seine Wortwahl und sprach von Nachbesserungen.

Jetzt offenbarte er wenige Tage vor seiner Vereidigung als US-Präsident in einem Interview mit der "Washington Post": "Wir werden eine Versicherung für alle haben."

"Großartige Gesundheitsversorgung"

Dass die Krankenversicherung nur für diejenigen offen stehe, die diese zahlen könnten, werde es mit seiner Regierung nicht geben, so Trump. Er versprach eine "großartige Gesundheitsversorgung".

Trump sagte in dem Interview weiter, der Plan für das Obamacare-Nachfolgesystem sei so gut wie fertig. Es werde "sehr vereinfacht" sein. Betroffene könnten sich auf "deutlich niedrigere Selbstbeteiligungen" freuen.

In einem vergangene Woche verabschiedeten Haushaltsentwurf hatten die Republikaner zwar bereits einen ersten Schritt zur Abschaffung von Obamacare gemacht. Das endgültige Aus soll laut Trump aber erst beschlossen werden, wenn ein Ersatzsystem für die Versicherten besteht.

(eb)

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[17.01.2017, 07:08:57]
Thomas Georg Schätzler 
Niemand hat die Absicht...
dem "President elect" Donald Trump zu unterstellen, er könne weder Denken noch Nachdenken - wir wissen nur nicht, mit welchem seiner Organe und Körperteile er das tut?

Doch wenn das Nachfolgemodell für die von den US-Republikanern vehement abgelehnte Ge­sund­heitsreform „Obamacare“ nach seinen eigenen Worten allen US-Bürgern offenstehen soll: „Wir werden eine Versicherung für alle ha­ben“, sagte Trump der Washington Post. Und zugleich diejenigen, die das gar nicht bezahlen könnten, doch eine bekommen sollten: „Das wird es mit uns nicht geben“, kündigte Trump an, dann frage ich mich ernsthaft, was ist daran grundsätzlich anders als bei "Obamacare" mit seinem für Alle möglichen und bezahlbaren "Affordable Care Act" (ACA)?

Donald Trumps Trumps Vorschlag mit „niedrigeren Zahlen, deutlich niedrigeren Selbst­beteili­gun­gen“, mit: Betroffene könnten „eine groß­artige Gesund­heitsversorgung erwarten“ und: Im Vergleich zu Obamacare werde sie „sehr vereinfacht“,„viel günstiger und viel besser“ sein, ist doch nichts anderes als eine für Alle verbindliche, öffentliche Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Bismarck'scher Prägung!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »

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