Ärzte Zeitung online, 13.02.2017

Vereinigte Staaten

Senat bestätigt Tom Price als Gesundheitsminister

Tom Price ist scharfer "Obamacare"-Gegner – und neuer Gesundheitsminister. Vielen macht das Sorge.

WASHINGTON. Mit seiner republikanischen Mehrheit hat der US-Senat den 62 Jahre alten Arzt Tom Price als neuen Gesundheitsminister bestätigt. 52 Senatoren stimmten für den Wunschkandidaten von US-Präsident Donald Trump, 47 votierten gegen ihn. Price, seit 2005 Abgeordneter im Repräsentantenhaus, gilt als scharfer Kritiker der von den Republikanern seit Jahren bekämpften Gesundheitsreform von Barack Obama, die als "Obamacare" bekannt geworden ist (die "Ärzte Zeitung" berichtete).

Price war in Atlanta im Bundesstaat Georgia viele Jahre als orthopädischer Chirurg tätig. Er sei daher "einer der fähigsten, am besten auf sein Amt vorbereiteten Personen, die Präsident Trump auswählen konnte", sagte der republikanische Senator von Wyoming, Michael B. Enzi. Der Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, sagte, Price wisse "mehr über Gesundheitspolitik als jeder andere".

Kritik aus der Opposition

Die oppositionellen Demokraten werfen Price indes ethische Verstöße im Zusammenhang mit Aktiengeschäften in seiner Zeit als Abgeordneter vor. Senatorin Maria Cantwell aus Washington sieht nun die Gefahr, dass Price die Uhr bei "Obamacare" komplett zurückdreht: Seine Bestätigung sei der erste Schritt zur Demontage der Gesundheitsreform, kritisierte sie. Darüber hinaus gilt Price als dogmatischer Abtreibungsgegner.

Der Oppositionsführer der Demokraten, Chuck Schumer, sagte, Price habe "sein Leben der Zerstörung des öffentlichen Gesundheitssytems (...) verschrieben".

"Obamacare"-Versicherte in Angst

US-Amerikaner, die über "Obamacare" versichert sind, beobachten die Entwicklung währenddessen mit Sorge. "Viele haben Angst, dass sich die Situation für sie weiter verschlechtert", sagte die 64-jährige Zelma Powler in Minneapolis der "Ärzte Zeitung". Die frühere Hausmeisterin einer Wohltätigkeitsorganisation ist auf soziale Unterstützung in der Krankenversicherung angewiesen, seit sie in Rente ist.

Dabei beunruhigt vor allem die Tatsache, dass konkrete Pläne bisher unbekannt sind. "Obamacare war auch keine optimale Lösung", meint Alex Leslie "Die Policen sind für viele zu teuer. Aber wir wissen alle nicht, was nun kommt – das bereitet Sorge." (jk/dpa)

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