Ärzte Zeitung online, 13.03.2017

USA

Trump will Arzt an Spitze der US-Arzneibehörde setzen

In den USA ist eine neue Personalie bekannt geworden: Mit Scott Gottlieb soll künftig ein Arzt mit engen Beziehungen zur Pharmaindustrie der Arzneimittelbehörde FDA vorstehen.

WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump will den Arzt Scott Gottlieb zum Chef der Arzneimittelbehörde FDA machen. Das hat das Weiße Haus am Freitag bekanntgegeben.

Der 44-jährige Mediziner war bereits unter Präsident George W. Bush Vize-Chef der FDA. Gleichzeitig unterhält er enge Beziehungen zu Pharmafirmen, was laut Medienberichten bereits für heftige Kritik sorgte: Als externes Mitglied sitzt Gottlieb seit Jahren in Gremien von GlaxoSmithKline oder Bristol Meyers Squibb, außerdem ist er neben anderen Posten Geschäftsführer der im Gesundheitssektor tätigen Privatbank T.R. Winston.

Darüber hinaus ist Gottlieb als Kritiker der von Barack Obama geschaffenen Gesundheitsversorgung bekannt. Erst vergangene Woche hatten die Republikaner einen Reformentwurf für diese vorgelegt.

Trotz Kritik an Gottliebs Nähe zu großen Unternehmen meint Jaydee Hanson vom Center for Food Safety in Washington: "Scott Gottlieb ist nicht die schlechteste Wahl, die Trump für die FDA treffen konnte", wird sie vom internationalen Wissenschaftsmagazin Nature zitiert. Gottlieb habe bereits deutlich gemacht, dass er stärkere Anstrengungen für mehr Lebensmittelsicherheit gerade bei importierten Produkten für nötig hält.

Laut Trump soll Gottlieb künftig der Food and Drug Administration (FDA) mit ihren knapp 15.000 Mitarbeitern und rund 5 Milliarden US-Dollar Budget vorstehen und in dieser Position auch die Zukunft der Arzneimittelzulassungen in den USA gestalten. (jk)

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