Ärzte Zeitung online, 26.04.2017

Thailand

Läuterung im Leichenhaus

Sie sind gerast oder saßen betrunken am Steuer: Verkehrssünder in Thailand werden mit drastischen Strafen zur Räson gebracht.

BANGKOK. Als drastische Erziehungsmaßnahme haben Richter in Thailand mehrere tausend Verkehrssünder zur Arbeit in die Notaufnahmen von Krankenhäusern oder ins Leichenhaus geschickt. Allein in einem der größten Krankenhäuser der Hauptstadt Bangkok, der Nopparatrajathanee-Klinik, mussten mehr als 2000 verurteilte Auto- und Motorradfahrer anrücken. Im Leichenhaus mussten sie zum Beispiel Schränke putzen, in denen die Toten aufbewahrt werden.

Ein Verkehrssünder, der betrunken am Steuer erwischt worden war, gab sich anschließend sehr geläutert. "Die Arbeit hier hat meine Haltung völlig verändert", sagte der 25-Jährige der Tageszeitung "The Nation" "Ich will nie wieder trinken." Seinen Namen wollte der Mann nicht nennen.

Thailands Straßen gehören zu den gefährlichsten der Welt. Nach einer Studie der WHO kommen auf eine Million Einwohner pro Jahr 362 Verkehrstote. Nur in Libyen ist es noch gefährlicher. Zuletzt wurden innerhalb von zwölf Monaten 24.237 Verkehrstote gezählt. Zum Vergleich: In Deutschland kamen vergangenes Jahr 3214 Menschen ums Leben. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »