Ärzte Zeitung online, 07.06.2017

Europa

Zahl der Drogentoten steigt deutlich

BRÜSSEL/LISSABON. Die Zahl der Drogentoten in Europa ist 2015 zum dritten Mal in Folge gestiegen. Die Entwicklung sei "besorgniserregend", heißt es in dem am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Jahresbericht 2017 der Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht der Europäischen Union (EMCDDA).

In den 28 Mitgliedstaaten der EU sowie in der Türkei und Norwegen starben 2015 den Angaben zufolge insgesamt 8441 Menschen an einer Überdosis. Dies entspreche einer Zunahme von sechs Prozent im Vergleich zu 2014, als 7950 Todesfälle registriert worden seien.

in Anstieg der Zahl der Todesfälle sei 2015 in Deutschland, Litauen, den Niederlanden, Schweden, dem Vereinigten Königreich und der Türkei gemeldet worden, so die EU-Behörde.

Die EMCDDA hob hervor, dass die meisten Todesfälle in Verbindung mit Heroin und anderen Opioiden stehen. Es gebe "zunehmende Gesundheitsgefahren durch hochpotente synthetische Opioide", die die Wirkungen von Heroin und Morphin imitieren, hieß es in Brüssel. Zudem gebe es Hinweise auf eine steigende Verfügbarkeit von Kokain, das vor allem in Süd- und Westeuropa konsumiert werde.

Die Drogenbeobachtungsstelle der Europäischen Union mit Sitz in Lissabon liefert nur Daten und Statistiken. Die Prävention und Bekämpfung der Drogen-Probleme obliegen den Mitgliedsstaaten der Union. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Nach Laborreform - Alte EBM-Nummer, aber neue Fallen für den Bonus

So viel hat sich bei den Ausnahme-Kennnummern im Labor zum 1. April gar nicht geändert. Doch ihre Wirkung auf Laborkosten ist völlig anders als bisher. Lesen Sie am Beispiel des Diabetes, wie Sie neue Fallen im Labor vermeiden. mehr »

Neue MS-Medikamente für weniger Schübe und weniger Behinderung

Wie innovative Medikamente und neue Behandlungsrichtlinien die Therapie bei MS optimieren – das ist ein Schwerpunkt beim Kongress der Europäischen Neurologen in Lissabon. mehr »