Ärzte Zeitung online, 18.10.2017

Polen

Ärzte im Hungerstreik

WARSCHAU . Rund 20 Ärzte einer Warschauer Kinderklinik hungern für bessere Arbeitsbedingungen im polnischen Gesundheitssystem. Auch Mitarbeiter der Medizinbranche in anderen Städten kündigten an, sich dem seit mehr als zwei Wochen dauernden Hungerstreik anzuschließen, wie der polnische Rundfunk am Dienstag berichtete. Polens Gesundheitssystem sei extrem unterfinanziert, klagte der Verband für Nachwuchsmediziner, der den Streik organisiert. Der Personalmangel und die daraus resultierenden Wartezeiten für Patienten seien dramatisch, hieß es weiter. Demnach sollen bereits mehrere Ärzte an den Folgen von Überarbeitung gestorben sein.

Ein Gespräch der Protestler mit Regierungschefin Beata Szydlo führte bislang zu keiner Einigung. Sie fordern Polens Regierung auf, die Ausgaben für das Gesundheitssystem binnen drei Jahren von derzeit etwa 4,7 auf 6,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts zu erhöhen, so wie es auch die Organisation für Wirtschaft und Zusammenarbeit (OECD) empfiehlt.

Auch die Gehälter müssten steigen, verlangen die Nachwuchsärzte. Sie warnen vor einer stärkeren Abwanderung von Kollegen ins Ausland. In Polen könnten die Assistenzärzte bei einem Monatslohn von umgerechnet um die 500 Euro oft kaum leben, hieß es.(dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hepatitisviren lauern auf Fingernägeln und Nagelscheren

HBV-Infizierte sollten ihre Nagelscheren nicht mit anderen teilen – offenbar besteht ein Infektionsrisiko. Auch bei Zahnbürsten und Rasierapparaten gilt Vorsicht. mehr »

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können unter anderem das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »

Viele Typ-1-Diabetiker erkranken erst im Alter über 30

Typ-1-Diabetes manifestiert sich offenbar öfter im mittleren Alter als bisher gedacht. Dafür spricht eine Analyse von Risikogenen bei britischen Patienten. mehr »