Ärzte Zeitung online, 27.11.2017

Anti-Tabak-Werbung

Tabakriesen müssen vor sich selbst warnen

Ein Urteil und seine Folgen: US-amerikanische Zigaretten-Hersteller schalten Anzeigen und Werbespots gegen das Rauchen.

Tabakriesen müssen vor sich selbst warnen

Giftig und schädlich: Zigaretten.

© juniart / Fotolia

WASHINGTON. Die globalen Tabakriesen sind in den USA zurück mit Werbespots und Anzeigen. Allerdings unfreiwillig und nicht in ihrem Geschäftssinne. Denn: Sie müssen vor sich selbst warnen. Das ist kein verspäteter Aprilscherz, sondern die Konsequenz eines gerichtlichen Vergleichs.

Mit einer groß angelegten Anzeigenkampagne warnen US-amerikanische Tabakkonzerne vor den gesundheitlichen Folgen ihrer eigenen Produkte. Die Zigarettenhersteller, darunter Altria (Marlboro, L&M) und British American Tobacco (Lucky Strike, Camel), hatten sich vor Gericht verpflichtet, zwölf Monate lang an fünf Tagen pro Woche Fernsehspots in den großen überregionalen Sendern zu schalten. Zusätzlich erscheinen ganzseitige Anzeigen in den Wochenendausgaben von 45 Tageszeitungen. Die Slogans der Anti-Tabak-Spots lauten zum Beispiel: "Rauchen tötet 1200 Amerikaner. Jeden Tag."

Die Kampagne ist Teil eines Vergleichs, den die Konzerne vor einem Gericht in Washington eingingen, um Strafzahlungen in Milliardenhöhe zu verhindern. Die Richter hatten die Anzeigen und Spots als "Richtigstellung" gefordert. Dasselbe Gericht hatte bereits im Jahr 2006 festgestellt, die Tabakindustrie habe die Öffentlichkeit hinsichtlich der Gefahren des Rauchens über Jahrzehnte hinweg belogen.

(eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vom Chefarzt zum Hausarzt-Assistenten

Selten dürfte es sein, wenn nicht einmalig: Dr. Roger Kuhn hat seinen Chefarztposten im Krankenhaus aufgegeben, um in einer Hausarztpraxis zu arbeiten – als Assistent. mehr »

Keine Notdienstpflicht für ermächtigte Krankenhausärzte

Muss ein ermächtigter Klinikarzt auch KV-Notdienst leisten? Nein, hat das Bundessozialgericht jetzt entschieden. mehr »

Wenn die Depressions-App zweimal klingelt

Smartphone-Apps könnten helfen, eine beginnende Depression oder ein hohes Suizidrisiko aufzuspüren. Lernfähige Algorithmen könnten ein verändertes Nutzerverhalten erkennen – und notfalls Alarm schlagen. mehr »