Ärzte Zeitung online, 08.03.2018

Weltfrauentag

Pharmabranche setzt auf Frauenpower

Der DGB findet mahnende Worte zum Internationalen Frauentag. Der vfa weist auf den hohen Frauenanteil in der Pharmabranche hin.

BERLIN. Zum Internationalen Frauentag am 8. März warnt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) vor einem rückwärtsgewandten Konservatismus. "Die Gleichberechtigung ist im Grundgesetz festgeschrieben", sagte DGB-Vize Elke Hannack in Berlin. "Daran sollten sich auch jene erinnern, die jetzt eine neue Konservatismus-Debatte anzetteln wollen", so Hannack, die auch Vizevorsitzende der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft ist. "Ein neuer Konservatismus - was soll denn das sein?", fragt Hannack kritisch. "Ein Zurück zu Heimchen am Herd und dem Mann als Alleinverdiener – dieses Rollenmodell trägt doch längst nicht mehr." Frauen und Männer wollten selbstbestimmt leben und Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren können.

Die neue Regierung müsse alle Hürden in den Blick nehmen, die Frauen an einer gleichberechtigten Teilhabe am Erwerbsleben hindern. Hannack sprach von einer "Entgeltlücke", einer "Arbeitszeitlücke" und einer "Rentenlücke" zwischen Frauen und Männern.

Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) verweist anlässlich des Weltfrauentages darauf, weibliche Beschäftigte ein wesentliches Rückgrat vor allem der pharmazeutischen Forschung in Deutschland darstellen. So belaufe sich der Frauenanteil bei den Vollzeit-Beschäftigten insgesamt in der Pharmabranche auf 41,4 Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe seien es nur 18,9 Prozent.

Betrachte man den Frauenanteil bei den Beschäftigten – in Vollzeitäquivalenten berechnet – im Bereich "Forschung und Entwicklung", so belaufe sich dieser auf 50,5 Prozent – hier sind also die Männer in der Unterzahl. Der Frauenanteil bei den Wissenschaftlern/Ingenieuren – in Vollzeitäquivalenten berechnet – im Bereich "Forschung und Entwicklung" der Unternehmen liege bei 44 Prozent – in der Elektrotechnik seien es sieben Prozent. (dpa/maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »