Ärzte Zeitung online, 29.05.2018

Tschechien

Schlupfloch für ukrainische Mediziner

PRAG. In Tschechien wird der Ärztemangel immer gravierender. Jedes Jahr gehen Hunderte Nachwuchsmediziner ins westliche Ausland. Nun hat die Regierung in Prag eine Ausnahmeregelung beschlossen, um die Lücke wenigstens zum Teil mit Fachkräften aus der Ukraine zu schließen.

Bereits in Tschechien arbeitende Ärzte aus der Ex-Sowjetrepublik erhalten ein Jahr Zeit, um ihre staatliche Approbation nachzuholen.

Ohne diese Regelung wäre die ärztliche Versorgung in einigen Krankenhäusern in Gefahr, sagte der liberal-populistische Regierungschef Andrej Babis am Dienstag nach Angaben der Agentur CTK.

Die Sonderregelung betrifft rund 200 Ärzte und Zahnärzte aus der Ukraine. Bei der tschechischen Ärztekammer war der vereinfachte Zuzug der Osteuropäer auf scharfe Kritik gestoßen. "Ist es denn vernünftig zu warten, bis einer von ihnen einen Patienten schädigt", sagte jüngst ihr Vorsitzender Milan Kubek.

Wer als Arzt arbeite, müsse staatlich geprüft sein. Er warf der Politik vor, das Gesundheitswesen in eine "katastrophale Situation" gebracht zu haben. Nach Angaben der Kammer, die seit langem höhere Gehälter fordert, fehlen in Tschechien rund tausend Ärzte. (dpa)

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