Ärzte Zeitung online, 12.09.2019

Schutz von Jugendlichen

US-Regierung will E-Zigaretten mit Aroma verbieten

Minze, Ananas, Kaugummi: E-Zigaretten können nach vielem schmecken. Das schmeckt wiederum der Trump-Regierung nicht: Sie will jetzt alle Geschmacksrichtungen verbieten – bis auf Tabakgeschmack.

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Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im August. Der US-Präsident sagt Abhängigkeiten generell den Kampf an: Sein Bruder Fred war alkoholabhängig und starb 1981.

© Patrick Semansky / AP / dpa

WASHINGTON/NEW YORK. Ausgefallene Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten sollen nach dem Willen der US-Regierung in den Vereinigten Staaten verboten werden. Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch im Weißen Haus in Washington „sehr strenge“ Vorschriften für Hersteller an und bezeichnete die Nutzung von E-Zigaretten als „großes Problem“.

Kurz zuvor hatten US-Behörden einen weiteren Todesfall gemeldet, der auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgehen soll – der mittlerweile sechste.

Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) arbeite Richtlinien aus, mit der alle Geschmacksrichtungen mit Ausnahme von Tabak vom Markt verbannt werden sollen, sagte Gesundheitsminister Alex Azar. Es gibt viele verschiedene E-Zigaretten und Tausende sogenannte Liquids, also Flüssigkeiten, die verdampft werden.

Kampf gegen Abhängigkeiten im Fokus

Trump wies mehrfach auf die Risiken des Rauchens von E-Zigaretten hin: Menschen würden sterben, sagte er. „Wir können nicht zulassen, dass Menschen krank werden.“ Vordergründig wurde das geplante Verbot aber nicht mit den bekanntgewordenen Todesfällen begründet, sondern mit dem zunehmenden Konsum durch Minderjährige.

First Lady Melania Trump hatte bereits vor einigen Tagen ihre Sorge über den Konsum von E-Zigaretten von Kindern geäußert und auf Twitter von einer „wachsenden Epidemie“ gesprochen.

Minister Azar beklagte, dass immer mehr Schulkinder E-Zigaretten rauchten, die nach Minze, Früchten, Alkohol oder Kaugummi schmeckten. Liquids, die nach Tabak schmecken, seien von der geplanten Regelung ausgenommen, weil Erwachsene die E-Zigaretten „brauchen könnten, um mit dem Rauchen von Zigaretten oder Zigarren aufzuhören“, sagte Azar.

Sollte sich aber herausstellen, dass Minderjährige auf Produkte mit Tabakgeschmack umsteigen, seien weitere Maßnahmen denkbar.

Todesfälle durch E-Zigaretten? Untersuchungen laufen

Im Zusammenhang mit den Todesfällen hatten die Behörden alle Nutzer von E-Zigaretten vor deren Gebrauch wegen möglicher Lungenschäden gewarnt. Neben den sechs bekannten Toten wurden der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge rund 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten gemeldet.

Meldungen über ungeklärte Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, hatten sich in den USA in den vergangenen Monaten gehäuft. Die Ursache dafür ist aber noch nicht geklärt.

Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt.

In Deutschland oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg solcher Fälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken. (dpa)

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