Ärzte Zeitung, 06.08.2015

Kommentar zu ausländischen Pflegern

Migration endlich nutzen!

Von Anne Zegelman

Ob Deutschland nun ein Einwanderungsland ist oder nicht, daran scheiden sich nicht nur innerhalb der Union die Geister. Auf dem Pflegesektor ist die Diskussion allerdings obsolet, denn hier steht seit langem fest, dass der Bedarf ohne Pflegekräfte aus dem Ausland überhaupt nicht gedeckt werden kann.

Im Gegenteil, es fehlt noch immer an allen Ecken und Enden an qualifizierten Pflegefachkräften — mehr als drei Fünftel der Pflegebetriebe haben offene Stellen. Glaubt man Demografen, wird sich die Situation in den nächsten Jahren noch dramatisch verschärfen.

Da kommt die aktuell erneut hochkochende Debatte um ein Einwanderungsgesetz zur rechten Zeit. Denn einigt man sich darauf, die bestehenden Strukturen zu vereinfachen, könnte das dazu beitragen, das große Potenzial an interessierten und gut ausgebildeten Arbeitskräften aus anderen Ländern endlich auszuschöpfen, statt es weiter brach liegen zu lassen.

Arbeitsmigranten, die bisher von der Politik in die Illegalität gezwungen wurden, könnten anerkannt und offiziell eingestellt werden — mehr Steuern für den Staat. Junge Menschen aus anderen Ländern könnten sich gezielt für eine Ausbildung in Deutschland entscheiden und geregelt einwandern.

Wichtig ist, dass Einwanderung endlich eine Struktur bekommt. Dann erledigt sich auch die Debatte um sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge. Das Einwanderungsgesetz ist überfällig.

Lesen Sie dazu auch:
Neue Statistik: Die meisten Pflegekräfte kommen aus Polen

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