Ärzte Zeitung, 28.04.2015

Streik an Charité

Verdi fordert Mindeststandards beim Personal

BERLIN. An Europas größter Uniklinik, der Charité in Berlin, haben am Montag und Dienstag Pflegekräfte ihre Arbeit niedergelegt.

Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Streik aufgerufen. Betroffen waren alle Standorte der Charité. Nach Angaben der Gewerkschaft sei auf 68 Stationen mit einem eingeschränkten Betrieb zu rechnen. Die Charité ihrerseits hatte bereits 400 planbare OPs abgesagt.

Mit dem Streik will die Gewerkschaft Verdi in den aktuellen Tarifverhandlungen eine Mindestbesetzung mit Pflegefachkräften auf den Stationen im Tarifvertrag festschreiben lassen.

Dazu hatte Verdi im März 2015 deutschlandweit Pflegekräfte in Nachtschichten besucht und befragt.

Die Gewerkschaft will erreichen, dass eine Pflegekraft für fünf Patienten zuständig ist, je eine für zwei Patienten auf der Intensivstation. Im Nachtdienst sollen mindestens zwei Pflegekräfte pro Station eingesetzt werden.

Die Charité bietet an, den Personalschlüssel auf den Intensivstationen anzupassen. Nach Angaben der Klinikleitung würde eine Umsetzung auf den anderen Stationen bis zu 36 Millionen Euro kosten. (bee)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »