Ärzte Zeitung, 24.06.2016

MVZ und Praxen

Schlechter Ruf als Arbeitgeber?

KÖLN. Arbeitsverträge für ambulant tätige angestellte Ärzte erfüllen die Tarifstandards häufig nicht. Das zeigt eine stichprobenartige Überprüfung von 100 Arbeitsverträgen durch die Rechtsabteilung des Marburger Bundes Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz.

In vielen der geprüften Verträge liege das Gehalt für die in Medizinischen Versorgungszentren oder in Praxen angestellten Ärzte deutlich unterhalb der tarifgebundenen Gehälter in den Krankenhäusern, so der MB. In 90 Prozent der Verträge sei keinerlei Entwicklungsperspektive beim Gehalt vorgesehen. Bei 71 Prozent seien ausdrücklich Überstunden verlangt worden, häufig jedoch, ohne eine konkrete Grenze zu benennen.

In zwei Dritteln der Arbeitsverträge sei für geleistete Überstunden weder Freizeitausgleich noch Vergütung vorgesehen gewesen. Bei Teilzeitverträgen seien keine konkreten Wochenarbeitstage festgelegt worden. Für Ärzte in der Weiterbildung habe kein einziger Vertrag die zeitlichen oder inhaltlichen Regelungen zur Weiterbildung vorgesehen. (eb)

Topics
Schlagworte
Gewerkschaften (323)
Organisationen
Marbuger Bund (1120)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Frauen leben länger, Männer glücklicher

Frauen haben in allen europäischen Ländern eine deutlich höhere Lebenserwartung als Männer, die zusätzlichen Jahre bescheren ihnen jedoch selten Freude. mehr »

So gefährlich sind Krampfadern

Krampfadern sollten nicht nur als kosmetisches Problem angesehen werden. Auch wenn die Varizen keine Beschwerden verursachen, bergen sie gesundheitliche Gefahren. mehr »

Die Macht der Position

Sexismus im medizinischen Alltag: Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler bricht hier eine Lanze für die Männer. Diskriminierung kennt sie - geschlechtsunabhängig - eher durch einen anderen Faktor. mehr »