Ärzte Zeitung online, 09.09.2009

Chroniker-Regelung

Normalerweise ist die Zuzahlung von gesetzlich Krankenversicherten auf zwei Prozent des Einkommens begrenzt. Patienten mit chronischen Krankheiten leisten maximal ein Prozent ihres Einkommens an Selbstbeteiligung.

Der Gesetzgeber hat den Patienten allerdings eine Compliance-Verpflichtung auferlegt, die vom Arzt bestätigt werden muss. Sie gilt als erfüllt, wenn der Patient an einem Disease-Management-Programm teilnimmt.

Die vom Gesetzgeber vorgesehene Verpflichtung, regelmäßig Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss in seinen Richtlinien nicht übernommen. Ärzte sind allerdings verpflichtet, ihre Patienten auf die Möglichkeiten und Bedeutung der Früherkennungsuntersuchungen hinzuweisen, chronisch Kranke über den Sinn therapiegerechten Verhalten zu beraten und dem Patienten die Verpflichtung auf abzunehmen.

Unter diesen Voraussetzungen kann der Arzt die chronische Krankheit bestätigen, die Ein-Prozent-Überforderungsregelung kann wirksam werden.

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