Ärzte Zeitung online, 09.09.2009

EBM

Was bedeutet er?

Der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) ist das Verzeichnis für die von Vertragsärzten erbrachten Leistungen. Alle dort aufgeführten Leistungen, die Haus- und Fachärzte erbringen, werden von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Die Leistungen des EBM sind ab 2009 mit festen Euro-Beträgen aufgrund eines vereinbarten festen Punktwerts von ca. 3,5 Cent vergütet. Der EBM bildet das wertmäßige Verhältnis der Leistungen zueinander ab und ist daher bislang keine Gebührenordnung im eigentlichen Sinn.

Was bringt der EBM 2008?

Der EBM 2008 zeichnet sich durch eine starke Pauschalierung der Leistungen aus, vor allem im hausärztlichen Kapitel (Pauschalierung). Mit den Pauschalen werden laut Gesetz "die gesamten im Abrechnungszeitraum üblicherweise im Rahmen der hausärztlichen Versorgung eines Versicherten erbrachten Leistungen einschließlich der anfallenden Betreuungs-, Koordinations- und Dokumentationsleistungen" vergütet.

Hausärzte werden daher in ihren Abrechnungen ab dem kommenden Jahr vor allem die Positionen Versichertenpauschale, Morbiditätszuschlag Chroniker-Regelung und Qualitätszuschläge stehen haben. Wenn sie die Bedingungen zur Abrechnung dieser Pauschalen erfüllen, bekommen sie deren Gegenwert vergütet - gleich, ob sie nur die Mindestmenge an Leistungen erbringen oder mehr. Insbesondere in der Versichertenpauschale sind viele bisherige Einzelleistungen und Leistungskomplexe enthalten.

Der Gesetzgeber schreibt vor, die einzelnen Leistungen, soweit möglich, mit Zeitangaben zu versehen. Die Zeitangaben bilden die Basis der Plausibilitätsprüfung: Damit kontrollieren die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) stichprobenartig, ob die Abrechnung plausibel erscheint.

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