Ärzte Zeitung, 19.03.2015

Niedersachsen

Sprachprüfung für Ärzte aus dem Ausland

Niedersachsens Ärztekammer setzt einen GMK-Beschluss um - die Prüfungshürden liegen hoch.

HANNOVER. Niedersachsen setzt einen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) vom Juni vergangenen Jahres um.

Die Landesärztekammer (ÄKN) startet zum 1. April 2015 die Fachsprachprüfungen für ausländische Humanmediziner. Später soll auch die Prüfung für Zahnärzte, Psychologische Psychotherapeuten sowie für Kinder- und Jugendpsychotherapeuten hinzukommen.

Der GMK-Beschluss sieht vor, dass die für die ärztliche Berufsausübung erforderlichen Sprachkenntnisse gegebenenfalls durch eine Sprachprüfung nachzuweisen sind, teilt die Kammer mit.

In Niedersachsen werde der Niedersächsische Zweckverband zur Approbationserteilung (NiZzA) diesen Beschluss umsetzen. Die Prüfung in Voraussetzung der Approbation beziehungsweise der Berufsausübung.

Die Ansprüche sind hoch. Die Bewerber müssen sich fließend verständigen können, Anamnesen erheben und mit Patienten und Angehörigen Befunde und Behandlungen erklären können, "ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen", wie Dr. Holger Steinwede, Geschäftsführer des NiZzA, im "Niedersächsischen Ärzteblatt" sagt.

Auch die Kommunikation mit den Kollegen muss reibungslos verlaufen, ebenso muss der Bewerber Krankenunterlagen korrekt führen können.

Der Sprachtest umfasst deshalb ein simuliertes Berufsangehöriger-Patienten-Gespräch, das Anfertigen eines in der ärztlichen Berufsausübung üblicherweise vorkommenden Schriftstückes (zum Beispiel Kurz-Arztbrief) und ein Gespräch mit einem Angehörigen derselben Berufsgruppe, wobei die Prüfungsdauer bei den drei Prüfungsteilen jeweils 20 Minuten beträgt, erklärt Steinwede.

Der Sprachtest diene vor allem der Überprüfung des Hörverstehens sowie der mündlichen und schriftlichen Ausdrucksfähigkeit. Der Test kostet 350 Euro. Die Regelung wird am 1. April in Kraft treten. (cben)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[26.03.2015, 22:39:43]
Dr. Mahmoud Taghavi 
Blindes Nachregulieren
Angebot und Nachfrage bestimmen auch den deutschen medizinischen Sektor. Nachdem der Markt und viele offenen Stellen langsam gesättigt sind, fängt man jetzt an mit Prüfungshürden wieder zu selektieren.
Waren die Patienten vorher weniger gefährdet bei den fehlenden Sprachkenntnissen ?!  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

7 Forderungen für mehr Patientensicherheit

17:54hMehr Engagement der Krankenhaus- und Pflegeheimleitungen für die Patientensicherheit hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) eingefordert. mehr »

Tödliche Meserattacke auf einen Arzt

16:45 hEin Mann hat in einer Offenburger Arztpraxis einen Mediziner erstochen und eine Helferin schwer verletzt. Die Tat ereignete sich am Donnerstagmorgen, wie die Polizei mitteilte. mehr »

Sind Light-Getränke nützlich oder schädlich fürs Herz?

Light-Getränke sind in Verruf gekommen, dick zu machen und Diabetes zu fördern. US-Experten nehmen Stellung zur Herzgesundheit von zuckerfreien Drinks - und differenzieren. mehr »