Ärzte Zeitung, 22.05.2008

"Keine Machtspiele in der Weiterbildungs-Debatte"

BÄK-Weiterbildungschef redet Delegierten ins Gewissen

ULM (vdb). "Die Diskussion um die Weiterbildungsordnung darf nicht zur Spielwiese für Einzelinteressen werden." Diesen Appell richtete Dr. Hellmut Koch, Chef der Weiterbildungsgremien der Bundesärztekammer, an die Adresse der 250 Delegierten des Ärztetages in Ulm.

Aufgabe der Weiterbildungsordnung sei es primär, den Qualifikationserwerb zu regeln. Dabei müsse die Weiterbildung wieder als Bildungsordnung verstanden werden. Koch: "Sie dient nicht dem föderalen Wettbewerb unter den Landesärztekammern und sie löst auch keine Strukturprobleme - etwa in Klinken."

Die Diskussion um die Weiterbildungsordnung dürfe nicht als Austragungsort von Machtspielen werden. Koch: "Sie erfüllt auch keine Lebensträume." Die Folgen solcher Diskussion seien gefährlich, sie führten am Ende nur zu Frustrationen.

Koch reagierte damit auf die unterschiedliche Umsetzungspraxis der im vergangenen Jahr beschlossenen Weiterbildungsordnung, insbesondere zum Facharzt für Innere Medizin ohne Schwerpunkt. Diesen Beschluss hatten die Kammern in Baden-Württemberg und Berlin abweichend vom Ärztetagsbeschluss umgesetzt.

Mit Mehrheit stimmten die Delegierten einem Antrag zur Umsetzung von Ärztetagsbeschlüssen zu. "Die Weiterbildungsordnung muss in ihrer jeweiligen Fassung durch die (...) Kammern bundesweit und bei Beachtung europarechtlicher Vorgaben (...) einheitlich umgesetzt werden."

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