Ärzte Zeitung, 26.05.2008

ÄRZTETAG in Kürze

Flugtauglichkeit von Asylbewerbern

Die Flugtauglichkeit von abgelehnten Asylbewerbern soll nach dem Willen der Ärzte von speziell ausgebildeten Medizinern beurteilt werden. Der Ärztetag wandte sich gegen eine Untersuchung durch Fachärzte für Flugmedizin. Diese seien "ungeeignet", weil sie für fliegendes Personal zuständig sind. "Das ist aber etwas grundsätzlich anderes als die Feststellung der Flugreisetauglichkeit von ,Abschüblingen‘", so die Ärzte.

Kliniken sollen PJler angemessen bezahlen

Medizinstudenten im Praktischen Jahr sollen von den Unis und Lehrkrankenhäusern künftig mit einer Ausbildungspauschale bezahlt werden. Damit würde nicht nur die Arbeit der Studenten anerkannt. Auf diese Weise könnten die jungen Kollegen auch an die akademischen Ausbildungshäuser gebunden werden, meinten die Delegierten. Der private Klinikkonzern Helios und die Medizinische Hochschule in Hannover hätten dies längst erkannt.

Substitutionsbehandlung soll erleichtert werden

Die Substitutionsbehandlung bei opiatabhängigen Patienten sollte für die Ärzte vor allem am Wochenende sowie im Urlaubs- und Krankheitsfall erleichtert werden, so die Meinung der Delegierten auf dem Ärztetag. Substituierenden Ärzten sollte es künftig möglich sein, die Behandlung für eine begrenzte Zeit auch an Kollegen zu übertragen, die keine Zusatzqualifikation "Suchtmedizinische Grundversorgung" haben. Dazu sollte die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung entsprechend geändert werden, forderten die Delegierten.

Aufzahlung bei Arzneien soll möglich sein

Patienten, die an ein bestimmtes Medikament gewöhnt sind, sollten dieses gegen eine Aufzahlung kaufen können, auch wenn der Arzt ein günstigeres Mittel oder nur den Wirkstoff verordnet hat, forderte der Ärztetag. Damit würden sich viele Diskussionen in den Praxen und den Apotheken erübrigen, so die Delegierten.

Plädoyer gegen Bonus-Malus

Der Ärztetag hat beschlossen, jede Form von Vergünstigungen oder Sanktionierungen im Zusammenhang mit der vom Arzt frei zu entscheidenden Behandlung seines Patienten abzulehnen. Entsprechenden Bonus-Malus-Regelungen sei entgegenzutreten, heißt es in einer Entschließung. Weder die Sanktionierung medizinisch notwendiger Maßnahmen durch Honorareinbußen, noch die Rationierung medizinischer Leistungen zugunsten eines zu erwartenden Bonus sei mit ethischen Grundsätzen der Ärzte vereinbar.

Heilpraktiker: Ausbildung refomieren!

Der Gesetzgeber ist vom Ärztetag aufgefordert worden, das Heilpraktikerwesen neu zu regeln. Die Heilpraktiker-Prüfung erfordere nach wie vor keine staatliche Ausbildung. Auch eine formalisierte Prüfung sei nicht zwingend nötig.

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