Ärzte Zeitung, 26.05.2008

In Ulm und um Ulm herum - was den Ärztetag bewegt hat

Themenvielfalt prägt den Deutschen Ärztetag

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Protest vor dem Tagungsgebäude in Ulm: Ärzte als Lastenträger des Gesundheitswesens. Fotos (9): Sven Bratulic

Deutsche Ärztetage sind wie Schaufenster dessen, was Ärzte in Deutschland bewegt - das war in Ulm beim 111. Deutschen Ärztetag nicht anders. Im Mittelpunkt stand dabei die leidenschaftliche Diskussion über das neue gesundheitspolitische Grundsatzprogramm, das "Ulmer Papier". Es soll ein Kompass für die Ärzte sein und ihre zentralen Forderungen bündeln.

Ein zentraler Streitpunkt dabei war, ob Ärzte eigene Vorschläge zur Finanzierung des Gesundheitswesens machen -  sie wollen und unterstreichen damit ihren Gestaltungsanspruch im deutschen Gesundheitswesen. Das Know-how der Ärzte wird gebraucht werden: Nicht nur Experten wissen, dass der Gesundheitsfonds nur neue Fragen aufwirft, alte Probleme aber ungelöst bleiben.

Wie in den Jahren zuvor bildete die Auseinandersetzung mit der Informationstechnik - vor allem der elektronischen Gesundheitskarte - einen weiteren Schwerpunkt der Diskussionen. Nicht Verweigerung, sondern Weiterentwicklung der E-Card im Sinne des Daten- und Patientenschutzes war die Botschaft des Ärztetags.

Kennzeichnend für die Versammlung war wieder der Blick über den Tellerrand der tagesaktuellen Probleme hinaus: Mit der Versorgung der wachsenden Zahl demenzkranker Menschen debattierten die Delegierten ein ethisch und versorgungspolitisch brisantes Thema und forderten die Kassen zur flächendeckenden geriatrischen Rehabilitation auf.

Das Schaufenster des Deutschen Ärztetags geht 2009 in Mainz auf - dann unmittelbar vor dem Bundestagswahlkampf.

Florian Staeck

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