Ärzte Zeitung, 27.05.2008

Ärztetag erteilt IQWiG-Vorschlag eine Absage

ULM (fst). Der Methodenentwurf zur Kosten-Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) muss komplett neu formuliert werden.

Dafür hat der Deutsche Ärztetag einstimmig plädiert. Zur Begründung heißt es, der Entwurf sei "unzureichend" und sein Formulierungsprozess nicht nachvollziehbar. Unklar sei beispielsweise geblieben, nach welchen Kriterien das internationale Expertengremium ausgewählt wurde, das das IQWiG beraten hat. Zudem sei der Methodenvorschlag unvollständig geblieben, weil technische Anhänge, in denen Anwendungsbestimmungen für die Kosten-Nutzen-Bewertung definiert werden, noch nicht veröffentlicht worden sind.

Der Ärztetag moniert, die vom IQWiG vorgeschlagene Methode der Effizienzgrenze sei in der Gesundheitsökonomie kein "international akzeptiertes Standardverfahren". Gefordert wird, der vom IQWiG verwendete Nutzenbegriff solle sich stärker an der Wirksamkeit "unter Bedingungen des Versorgungsalltags" orientieren.

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