Ärzte Zeitung, 29.09.2012

Gesetzentwurf

Beschneidung im Oktober im Kabinett

BERLIN (dpa). Die rechtliche Neuregelung der Beschneidung von Jungen soll noch im Oktober im Kabinett beraten werden.

Das machte das Justizministerium am Freitag auf einer Anhörung in Berlin deutlich. Die Vorlage werde "schnellstmöglich" ins Kabinett eingebracht. Das Ministerium hatte vor wenigen Tagen Eckpunkte einer Regelung vorgelegt.

Bei der nicht-öffentlichen Anhörung gab es nach Angaben von Teilnehmern Zustimmung, aber auch Kritik an dem Vorschlag des Justizministeriums. Die Bundesländer begrüßten, dass die Beschneidung unabhängig von religiösen Begründungen geregelt werden soll und dem Staat damit nicht die Aufgabe zukommt, die Motive für die Maßnahme zu erforschen.

Vertreter der Kinderärzte äußerten sich kritisch, während die Bundesärztekammer die Regelung grundsätzlich begrüßte. Die Deutsche Kinderhilfe sprach von einer "Vorhaut-Amputation".

Der Verein Mogis, der die Beschneidung ablehnt, kritisierte, das Betroffene bei der Anhörung nicht zu Wort kamen. Ein Kölner Urteil vom Mai hatte die Beschneidung als strafbar gewertet. Der Bundestag soll noch in diesem Jahr die Neuregelung beschließen.

Topics
Schlagworte
Beschneidung (62)
Organisationen
Bundesärztekammer (4247)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie Seelenklempner Stress bewältigen

Einen Sonntagsblues kennen sie nicht, denn montags ist Chorprobe: In Berlin singen Psychiater, Psychologen und Neurologen seit Jahren gemeinsam in einem außergewöhnlichen Chor. mehr »

Anti-Aging klappt – mit dem richtigen Sport

Wer sein Leben mit Hilfe von Sport verlängern will, sollte auf Sport setzen – und dabei vor allem auf eine Trainingsform, wie eine saarländische Studie jetzt nahelegt. mehr »

Cannabis ist weiter meistkonsumierte Droge

Sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen nimmt Cannabis unter den illegalen Drogen weiterhin die prominenteste Rolle ein. Das geht aus dem DBDD-Jahresbericht hervor. mehr »