Ärzte Zeitung, 04.03.2013

Bundestagswahl

KBV positioniert sich für den Wahlkampf

Sicherstellungsauftrag stärken und ein "Versorgungsdesaster" vermeiden: Die KBV-Vertreterversammlung setzt sich für den kommenden Bundestagswahlkampf hohe Ziele.

BERLIN. Im kommenden Bundestagswahlkampf wollen Ärzte mit einer einheitlichen Stimme auftreten. Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat sich daher auf ein gemeinsames Positionspapier verständigt.

Darin gibt es drei Kernbotschaften: Der Sicherstellungsauftrag soll gestärkt, Prävention verbessert und die ärztliche Aus- und Weiterbildung an Versorgungsnotwendigkeiten angepasst werden.

Unter anderem solle es eine klare Wettbewerbsordnung für das Verhältnis von Kollektiv- und Selektivverträgen geben, sagte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler. Selektivverträge müssten so beschaffen sein, dass sie ein hohes Versorgungsniveau unter bürokratiearmen Bedingungen sicherstellten.

Die Vergütung der teilnehmenden Ärzte müsse mindestens dem Umfang der kollektiv-vertraglichen Vergütung entsprechen. Die Versorgungsverbesserungen sollten allen GKV-Versicherten zugute kommen und deshalb in den Kollektivvertrag übernommen werden, betonte Köhler.

Feldmann warnt vor Versorgungsdesaster

Um den Zugang zur ambulanten Versorgung langfristig zu sichern, müsse es Steuerungsinstrumente geben, forderte der KBV-Chef. Er schlug Wahltarife mit Kostenerstattung als ein solches Instrument vor.

Die GKV-Versicherten sollten zwischen drei Tarifen wählen können. Damit könnten sich die Versicherten entscheiden, welchen Grad der Eigenverantwortung sie bei der Versorgung übernehmen wollten.

KBV-Vorstand Regina Feldmann kritisierte darüber hinaus, dass die universitäre Ausbildung der Ärzte nicht mehr der Versorgungsrealität entspreche.

Das KV-System müsse sich dort einschalten, andernfalls drohe ein "Versorgungsdesaster". Freiberufliche Ärzte und Psychotherapeuten müssten zudem als Präventionslotsen gestärkt werden.

Das Positionspapier lag bis zum Redaktionsschluss am Sonntag noch nicht vor. Inhaltliche Ergänzungen aus der VV müssten zunächst noch im Vorstand abgestimmt werden, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl. (sun)

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