Ärzte Zeitung, 21.06.2013

Wahlprogramm

Linke wollen GKV-System umkrempeln

Linke wollen GKV-System umkrempeln

Die sprechende Medizin fördern und eine Bedarfsplanung für alle Gesundheitsberufe: Die Linken haben ihr Wahlprogramm vorgestellt.

Von Sunna Gieseke

BERLIN. Unter dem Motto "100 Prozent sozial" will die Linke das Gesundheitssystem in Deutschland komplett umkrempeln: Eine solidarische Bürgerversicherung soll her. Das Konzept der Partei sieht ein Versicherungsmarkt für alle vor.

Das Geschäftsfeld privater Versicherungen soll auf das Angebot von Zusatzleistungen beschränkt werden. Das Wahlprogramm hat die Partei am vergangenen Wochenende fast einmütig abgestimmt. Das offizielle Programm wird nach Angaben der Linken Ende dieser Woche veröffentlicht.

Unter anderem plädieren die Linken darin für ein neues Honorarsystem bei Ärzten. Die wohnortnahe ärztliche Versorgung und die "sprechende Medizin" sollten angemessen honoriert werden. Wobei offen gelassen wird, was "angemessen" bedeutet.

Ein Honorarsystem, das diejenigen Fachrichtungen, die sich unmittelbar mit Patienten beschäftigen, signifikant schlechterstellt als zum Beispiel Radiologen oder Labormediziner, sei ungerecht, so die Linken.

Alle Gesundheitsberufe in Bedarfsplanung

Bundestagswahl 2013

Große Ärzteumfrage: Welches sind die drängensten Probleme, um die sich die Politik nach der Bundestagswahl kümmern soll?

Stellen Sie Ihre Forderungen an die kommende Regierung auf – und diskutieren Sie die Vorschläge und Ideen der Kollegen.

Um die flächendeckende und barrierefreie Versorgung zu sichern, sollen nach Ansicht der Linken alle Gesundheitsberufe in die Bedarfsplanung einbezogen werden - nicht nur Ärzte.

Darüber hinaus plädieren die Linken für eine gezielte Förderung neuer Versorgungsformen. Patientenbusse, Gemeinschafts- und Teilzeitpraxen oder MVZ in öffentlicher Hand könnten die Arbeit im ländlichen Raum für junge Ärzte wieder attraktiver machen, so die Linken.

Im stationären Sektor bezeichnen die Linken diagnoseorientierte Fallpauschalen (DRG) als "unvereinbar mit Sinn und Zweck von Einrichtungen der Daseinsvorsorge".

Ob die DRG damit abgeschafft werden sollen, geht aus dem Text nicht hervor. Ebenfalls kritisch sieht die Partei das Entgeltsystem mit Tagespauschalen in der Psychiatrie, das analog zu den DRG geplant ist. (Mitarbeit: jvb)

btw2013linke

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

Konsequente Strategie gegen Diabetes

Angesichts der epidemischen Zunahme von Diabetes-Patienten in Deutschland, muss die nächste Bundesregierung unbedingt den Nationalen Diabetesplan umsetzen. mehr »