Ärzte Zeitung online, 06.08.2013
 

Hartmannbund

Wahlkandidaten in der Arztpraxis

Nach kurzer Zeit haben 20 Bewerber für ein Bundestagsmandat Interesse an einem Praxisbesuch angemeldet.

KÖLN. Mit seiner "Aktion Arztbesuch" stößt der Hartmannbund (HB) in Nordrhein-Westfalen auf eine gute Resonanz.

Die beiden HB-Landesverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe haben die Bundestagskandidaten in den beiden Regionen angeschrieben und ihnen angeboten, sich einen Tag lang in den Arztpraxen und Kliniken ein Bild über die Arbeit der Ärzte zu machen. Kaum waren die Einladungen raus, hatten schon 20 Politiker Interesse bekundet.

Das Angebot richtet sich nicht nur an die Gesundheitsspezialisten in den Parteien, sondern an alle, die Interesse an der Gesundheitspolitik und der Versorgungssicherheit haben.

"Mit unserer Aktion wollen wir einen ungefilterten Einblick in den Praxis- oder Krankenhausalltag geben", sagt der nordrheinische HB-Vorsitzende Dr. Stefan Schröter. Das ermögliche ein direktes Erleben der tatsächlichen Auswirkungen der Gesundheitspolitik.

Der HB hält es für wichtig, dass praktische Erfahrungen in politische Betrachtungen und Entscheidungen einfließen.

"Es ist unseres Erachtens wesentlich besser, in ein direktes Gespräch zu kommen und den wirklichen Alltag zu vermitteln, als lediglich Wahlprüfsteine abzufragen, die doch nur Fachpolitiker beantworten können", sagt Dr. Klaus Reinhardt, der Bundesvorsitzende des HB und Chef des westfälischen Landesverbands.

Vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl im Mai 2010 hatte der HB bereits eine ähnliche Aktion durchgeführt. Damals nahmen nach Angaben des Verbands 60 Landtagskandidaten der etablierten Parteien die Einladung zum Arztbesuch an.

Darunter war der damalige Landesumweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU), der eine Arztpraxis in Soest besuchte. Wie die anderen Hospitanten erhielt er eine Bescheinigung über den Ausflug in die Versorgungsrealität.

Der Minister habe einen Einblick in die ärztliche Tätigkeit und den allgemeinen Praxisalltag erhalten, heißt es dort. "Die konkreten Auswirkungen gesundheitspolitischer Entscheidungen sind ihm somit bekannt." (iss)

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