Ärzte Zeitung, 26.08.2013

Forschungspolitik

Nur die Zahlen glänzen

Dank sprudelnder Steuereinnahmen kann die Forschungsministerin deutlich mehr Fördergelder verteilen. Doch es gibt Zweifel, ob die Prioritäten stimmen.

Von Florian Staeck

Nur die Zahlen glänzen

Arzneimittelforschung im Labor. Die Fördermittel für Forschung und Entwicklung sind in Deutschland in den letzten Jahren gestiegen. Doch das reicht nicht, monieren Kritiker.

© Alexander Raths / shutterstock.com

BERLIN. Nimmt man das reine Zahlenwerk, dann kommt die schwarz-gelbe Bundesregierung in der Forschungs- und Wissenschaftspolitik den selbstgesteckten Zielen nahe.

Schaut man näher hin, ist die Bilanz weniger makellos. "Wir haben den Innovationsstandort Deutschland spürbar gestärkt", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) als die Expertenkommission "Forschung und Innovation" (EFI) im Februar ihr Jahresgutachten vorstellte.

Tatsächlich hat Deutschland für Forschung und Entwicklung im Jahr 2011 rund 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausgegeben. Ein Anteil von drei Prozent am BIP ist das selbstgesteckte Ziel gewesen.

2011 haben Staat und Wirtschaft mit rund 74,8 Milliarden Euro so viel Geld wie nie für FuE bereitgestellt. Im Jahr 2013 betrug die staatliche Förderung durch verschiedene Ressorts insgesamt 14,4 Milliarden Euro.

Ein Plus von 60 Prozent im Vergleich zu 2005 rechnet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vor.

Doch die Gutachter der Expertenkommission warnen die Regierung...

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