Ärzte Zeitung online, 17.09.2013

Baden-Württemberg

Wahlkampf der Ärzteverbände? Nein, danke!

Mitglieder des Medi-Verbunds in Baden-Württemberg halten wenig von eigenen Wahlkampfaktionen ihres Verbandes. Das hat eine Umfrage von Medi ergeben.

STUTTGART. Die Ärzte im Medi-Verbund in Baden-Württemberg wünschen mit großer Mehrheit keine Wahlkampfaktivitäten ihres Verbandes.

Das hat eine Mitgliederumfrage des Medi-Verbunds ergeben, an der nach Verbandsangaben etwa jedes fünfte Mitglied im Südwesten teilgenommen hat.

Zwei Drittel der antwortenden Mitglieder haben sich danach gegen Aktivitäten von Medi im Wahlkampf ausgesprochen, ebenfalls zwei von drei Ärzten sprach sich gegen Veranstaltungen mit Politikern aus.

Aus Sicht des Medi-Vorsitzenden Dr. Werner Baumgärtner zeigt das Umfrageergebnis eine "gewisse Politikverdrossenheit". Im Vorfeld der Bundestagswahl 2009 hatte Medi für Union und FDP geworben.

Man habe auf einen Einstieg in die Kostenerstattung und die Weiterentwicklung der Selektivverträge gehofft. "Was dann kam, war enttäuschend", bilanziert Baumgärtner in einem Mitgliederrundschreiben.

Keine einheitliche Wahlempfehlung

Die Antwort auf die Frage, welche Partei Medi-Mitglieder diesmal wählen sollten, bezeichnet der Verbandschef als "schwierig".

"Wer gegen die Bürgerversicherung ist und sie vermeiden möchte, sollte FDP oder CDU wählen. Wem eine Weiterentwicklung der Selektivverträge wichtig ist, die SPD", resümiert Baumgärtner.

Die Vertragspartner AOK Baden-Württemberg, Medi und Hausärzteverband haben im August ihre Forderungen an die nächste Bundesregierung vorgelegt.

Sie fordern, die Refinanzierungsklausel für Hausarztverträge zu kippen. Zudem sprachen sie sich dafür aus, dass Kassen obligatorisch auch Facharztverträge anbieten sollten.

Dass es bei diesen Punkten eine gemeinsame Lobbyarbeit der größten Kasse und der beiden größten Verbände in Baden-Württemberg gebe, bezeichnete Baumgärtner als "neu und bemerkenswert". (fst)

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