Ärzte Zeitung, 21.10.2015

Schleswig-Holstein

Flüchtlings-Hilfe basiert auf einem Mix von Akteuren

Landesregierung greift auf unterschiedliche Partner zurück, um die Versorgung zu bewerkstelligen.

KIEL. Das Land Schleswig-Holstein setzt bei der medizinischen Betreuung von Flüchtlingen derzeit auf die Zusammenarbeit mit vielen Beteiligten. Private Dienstleister, KV, DRK und Kliniken sind die wichtigsten Partner.

Eine Ausnahme ist die Flüchtlingsambulanz des Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK) in Neumünster. Dieses vom Land geförderte Modell bleibt im Norden einzigartig, weil nirgends im Land so viele Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen wie in Neumünster und Umgebung leben.

In den anderen Regionen gibt es verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Kapazitäten und Kooperationen. An den beiden Standorten Rendsburg und in Putlos organisiert die KV Schleswig-Holstein mit Unterstützung ihrer regionalen Notdienstbeauftragten derzeit die hausärztliche Betreuung für Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen.

Dafür steht ein Pool von Ärzten zur Verfügung. Erfahrene Praxisinhaber sind genauso dabei wie junge Klinikärzte. Die Mehrzahl aber bilden Ärzte, die schon im Ruhestand sind, helfen und zugleich die noch aktiven Kollegen entlasten möchten.

An mehreren Standorten im Land ist die private Notarztbörse im Einsatz, die zum Teil die Erstuntersuchungen und hausärztliche Betreuung nebeneinander leistet.

Die Notarztbörse ist als dauerhafter Vertragspartner, aber auch als Soforthilfe gefragt. An mehreren Standorten hat sie mit nur wenigen Tagen Vorlaufzeit die medizinische Betreuung organisiert. Es gibt bereits Verträge für Standorte für mehrere Jahre.

In Lübeck unterstützen die Sana Kliniken das DRK bei der Flüchtlingsbetreuung. Kürzlich erfolgte die Ausschreibung zur Finanzierung aus Landesmitteln, bislang lief das Engagement ehrenamtlich oder von Ärzten der Klinik in der Arbeitszeit. An anderen Standorten leisten Kliniken teilweise Übergangshilfe, um Staus abzuarbeiten und zu helfen, bis eine dauerhafte Lösung organisiert ist.

So hatte das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) zum Start der Rendsburger Einrichtung dort die Erstuntersuchungen geleistet und zugleich einen in Neumünster entstandenen Stau abgearbeitet. (di)

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