Ärzte Zeitung, 21.10.2016

Flüchtlingshilfe

Preis für Kinderärztin

Dr. Renate Schüssler ist mit der höchsten Auszeichnung der Ärztekammer Berlin geehrt worden.

Von Angela Misslbeck

BERLIN. Für ihr Engagement bei der medizinischen Flüchtlingsversorgung ist die Berliner Kinderärztin Dr. Renate Schüssler jetzt mit der Georg-Klemperer-Medaille der Ärztekammer Berlin ausgezeichnet worden. Als Helferin der ersten Stunde erhält sie die höchste Auszeichnung der Berliner Kammer stellvertretend für die in der Flüchtlingsversorgung ehrenamtlich tätigen Ärztinnen und Ärzte.

"Das Thema Flüchtlingsversorgung wirft uns auf die elementaren Fragen unseres Daseins und Miteinanders zurück", so der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. Günther Jonitz. "Es zeigt, dass Arztsein umfassende Verantwortung, Integrität und Respekt für den Patienten bedeutet und an alte Werte anknüpft", betonte Jonitz. Die Georg-Klemperer-Ehrenmedaille ist die höchste Auszeichnung der Ärztekammer Berlin. Sie wurde 2016 zum zehnten Mal verliehen.

Auch der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) würdigte Schüsslers Engagement. "Sie ist ein Vorbild für uns alle in einer Zeit, in der der gesellschaftliche Zusammenhalt – auch in einem wirtschaftlich starken Land wie Deutschland – vor vielfältigen Bewährungsproben steht", so Czaja.

Die Senatsgesundheitsverwaltung stellt ab sofort Mittel zur Unterstützung und langfristigen Etablierung ehrenamtlichen bürgerschaftlichen Engagements in der Flüchtlingshilfe zur Verfügung. Sie will so vor allem kleine Projekte und Initiativen unterstützen.

Generell richtet sich diese Förderung an alle gemeinwohlorientierten Initiativen in der Flüchtlingshilfe und der Integration von Migranten. Vereine und andere Organisationen können jeweils bis zu 10.000 Euro beantragen. Modellprojekte können im Einzelfall mit 20.000 Euro gefördert werden. Die Ausschreibung, Ausgabe und Abrechnung der Mittel übernimmt der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin im Auftrag der Senatsgesundheitsverwaltung.

Der besonderen Probleme unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Berlin nimmt sich jetzt ein Netzwerk von Gesundheitseinrichtungen und Verbänden auf Initiative des Marburger Bundes (MB) Berlin an. Medizinstudierende der Uniklinik Charité begleiten die jungen Flüchtlinge zu Arztbesuchen und Ämtergängen als Lotsen.

An dem Netzwerk wirken neben dem MB und der Ärztekammer Berlin auch Vivantes, die Charité, das Diakonische Werk, die apobank und weitere Institutionen mit. 2015 sind nach Angaben des Netzwerks mehr als 1500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Berlin gekommen. Damit stieg die Zahl der jungen Flüchtlinge ohne Begleitung in Berlin auf über 5000.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »