Ärzte Zeitung, 24.10.2016

NRW

Unterstützung für 300.000 Flüchtlinge

Nordrhein-Westfalen hat ein Paket an Maßnahmen entwickelt, um schutzsuchende Menschen möglichstschnell zu integrieren.

KÖLN. Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium stellt in diesem Jahr rund 3,9 Millionen Euro für die Unterstützung geflüchteter Menschen zur Verfügung. Das Geld fließt in die gesundheitliche Versorgung der Geflüchteten sowie ihre Qualifizierung für Gesundheits- und Pflegeberufe.

Das geht aus einem Bericht von Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) an den Gesundheitsausschuss des Landtags hervor. Danach sind in den vergangenen zwei Jahren bislang 300.000 schutzsuchende Menschen nach NRW gekommen. Auch für die kommenden Jahre rechnet das Ministerium mit einem weiteren Zuzug. "Vor diesem Hintergrund steht das Land nicht nur vor der Herausforderung, sich früh auf die Ankunft und Aufnahme von Flüchtlingen einzustellen, sondern auch langfristig die Integration von Flüchtlingen zu fördern."

Dazu dienen verschiedene vom Land geförderte Maßnahmen. Die vom Ministerium bereit gestellten Mittel fließen nach dem Bericht dabei in drei verschiedene Bereiche.

Die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen mit vier Projekten: Hier geht es sowohl um die gesundheitliche Beratung von geflüchteten Menschen als auch um Fortbildungen und Handreichungen für haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte.

Die Unterstützung von traumatisierten Flüchtlingen (fünf Projekte): Die Förderung umfasst die Sensibilisierung und das Erkennen von Problemlagen und psychischen Auffälligkeiten, Akuthilfe, Krisenintervention und Stabilisierung sowie die Vermittlung in die Regelstrukturen und die dortige Versorgung.

Die Qualifizierung der Flüchtlinge für Pflege- und Gesundheitsberufe (zwei Projekte).

Größter Einzelbereich mit einer Fördersumme von insgesamt mehr als einer Million Euro ist "Schutz und Hilfe für traumatisierte Flüchtlingsfrauen". (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Aktionsplan soll Gesundheitskompetenz stärken

15:00Gesundheitsinfos sind in vielfältiger Form der Bevölkerung heute zugänglich. Doch mit der richtigen Einordnung und Umsetzung hapert es oft. Das soll sich ändern. mehr »

Hepatitisviren lauern auf Fingernägeln und Nagelscheren

HBV-Infizierte sollten ihre Nagelscheren nicht mit anderen teilen – offenbar besteht ein Infektionsrisiko. Auch bei Zahnbürsten und Rasierapparaten gilt Vorsicht. mehr »

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können unter anderem das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »