Ärzte Zeitung online, 06.03.2018

Regierung zur Altersfeststellung

Keine Methode ist genau

BERLIN. Es gibt keine Methode zur Altersfeststellung, durch die das Lebensalter eines Menschen genau ermittelt werden kann. Das hat die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag erklärt. Das gegenwärtig zuverlässigste Vorgehen bestehe in einer "Kombination aus psychologischen, pädagogischen und medizinischen Methoden", heißt es.

Über die Praxis der Altersfeststellung bei minderjährigen Asylbewerbern vermag die Regierung nach eigenen Angaben nichts zu sagen. Dies sei eine Aufgabe der Länder – ihr Vorgehen dabei sei "nicht einheitlich".

Auch über die Ergebnisse von Altersfeststellungen lägen keine "bundesweit belastbaren Daten vor", heißt es.

Das zuständige Jugendamt untersuche im Rahmen einer "qualifizierten Inaugenscheinnahme" insbesondere die physische Erscheinung sowie das Verhalten des Betroffenen. Gebe es Zweifel an seinem Alter, sei es zwingend, eine ärztliche Untersuchung zu veranlassen. Das Jugendamt habe hier "keinen Ermessensspielraum".

Die Zentrale Ethikkommission der Bundesärztekammer hat 2016 erklärt, gegen die wissenschaftliche Eignung der gegenwärtig verwendeten Verfahren der Altersfeststellung bestünden Bedenken. (fst)

Topics
Schlagworte
Flüchtlinge (518)
Organisationen
Bundesärztekammer (4163)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Prä-Op-Labor - Kein Einfluss auf den Bonus

Mit der Laborreform hat sich der Blick verstärkt auf das Prä-Op-Labor gerichtet. Das soll nicht auf die Laborkosten angerechnet werden. mehr »

So sieht die Gesundheitsversorgung in den 32 WM-Ländern aus

Bei der Fußball-WM in Russland sind die teilnehmenden Nationen mit hochkarätigen medizinischen Betreuerstäben am Start. Doch wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung in der Heimat aus? mehr »