Ärzte Zeitung online, 20.07.2018

Flüchtlinge

Ärzte ohne Grenzen prangern Lage in überfülltem Ägäis-Lagern an

ATHEN. Die völlig überfüllten Lager auf den griechischen Inseln der Ostägäis müssen nach Einschätzung von Ärzte ohne Grenzen dringend entlastet werden.

Vor allem im Lager von Moria auf der Insel Lesbos sei die Lage dramatisch, erklärte die Hilfsorganisation am Donnerstag. Immer wieder komme es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Das habe gravierende Folgen für die psychische Gesundheit von tausenden Menschen im Lager.

Nach Angaben der Regierung in Athen leben auf den Inseln Lesbos, Chios, Leros, Samos und Kos zurzeit insgesamt mehr als 18.000 Migranten. Im Moria-Lager, das für 3100 Bewohner ausgelegt sei, lebten tatsächlich 7585 Menschen, darunter auch viele Minderjährige.

Zahl soll reduziert werden

Am Vortag hatte der griechische Migrationsminister Dimitris Vitsas erklärt, es fehle an Personal und Asylbearbeitern. Deswegen bleiben so viele Menschen in den sogenannten Hotspots (Registrierlagern).

Bis September 2018 solle die Zahl der Migranten und Flüchtlinge auf die vorgesehene Aufnahmekapazität von rund 10.000 Menschen reduziert werden, versprach der Vitsas.

Die EU hatte 2016 mit der Türkei vereinbart, dass alle Migranten, die aus der Türkei zu den Inseln übersetzen und kein Asyl in Griechenland bekommen, in die Türkei zurückgeschickt werden können. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »