Ärzte Zeitung, 22.12.2010

Der Sachverständigenrat: Viel Prestige, geringe Performance

Der Sachverständigenrat: Viel Prestige, geringe Performance

Alle ein bis zwei Jahre liefert ein Professorengremium auf bis zu 1000 Seiten weise Ratschläge. Was bringt‘s?

Lesen, lachen, lochen. Nach dieser Bürokratenweisheit verfahren Parlamentarier und Ministeriale mit den vielseitigen Erkenntnissen des Sachverständigenrates. Beispiele:

  • Allgemeinmedizin und hausärztliche Versorgung: In seinem letzten Gutachten "Kooperation und Koordinierung" (2009) mahnt der Sachverständigenrat eine Stärkung der hausärztlichen Versorgung an. Faktisch stellt die schwarz-gelbe Koalition die Hausarztverträge unter ein strenges Reglement und behindert innovative Versorgungsansätze.
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  • Primärprävention in vulnerablen Gruppen: In mehreren Gutachten, zuletzt 2007, beschäftigt sich der Rat mit der gesundheitlichen und sozialen Benachteiligung bestimmter sozialer Gruppen und entwickelt Konzepte zur Primärprävention. Bestärkt wird er durch KiGGS vom Robert-Koch-Institut. Anläufe zu Präventionsgesetzen bleiben im föderalen Gestrüpp hängen. Eine Strategie ist nicht erkennbar.
  • Effizienz und Effektivität der Arzneimittelversorgung: In mehreren Gutachten analysieren der Sachverständigenrat und weitere Gutachter die überbordende, widersprüchliche Reglementierung der Arzneimittelversorgung. Sie sei ein Hindernis für Innovation in Deutschland. Große Effizienzverluste sieht der Rat durch einen Mangel an Persistenz und Adherence bei Ärzten und Patienten. Das ist bis heute nicht in der Politik angekommen. (HL)

Zur Jahresendausgabe 2010 der "Ärzte Zeitung" mit allen Artikeln

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