Ärzte Zeitung online, 20.01.2012

Pflegereform: 77 Millionen Euro für Ärzte

BERLIN (sun/dpa). Die mit der Pflegereform vorgesehenen Zuschläge für eine bessere ärztliche und pflegerische Betreuung von Heimbewohnern sollen ein Volumen von ungefähr 77 Millionen Euro umfassen.

Pflegereform: 77 Millionen Euro für Ärzte

Geld für die Pflege.

© Karsten Koch / imago

Das hat das Bundesgesundheitsministerium der "Ärzte Zeitung" bestätigt. Dementiert wurde dagegen ein Zeitungsbericht, dass diese Summe lediglich Zahnärzten zu Gute kommen soll.

Finanzielle Anreize sollen Ärzte auch zu mehr Hausbesuchen bewegen. Die Zahl der Klinikeinweisungen soll so reduziert werden.

Angesichts des Schwerpunkts der Reform auf Verbesserungen für zu Hause betreute Demenzkranke forderte Caritaspräsident Peter Neher in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die Demenzkranken in Heimen nicht zu vergessen.

Förderung auch für Geringverdiener

Die CSU dringt zudem auf eine rasche Einigung bei den geplanten privaten Zusatzversicherungen für den Pflegefall, die steuerlich gefördert werden sollen.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) müssten in den nächsten Wochen eine Lösung finden, sagte Unions-Vizefraktionschef Johannes Singhammer (CSU) der "Berliner Zeitung".

Für die CSU sei entscheidend, dass auch Geringverdiener in den Genuss einer staatlichen Förderung kommen. Für Menschen, die gar keine Steuern zahlten, müsse es Zuschüsse geben.

Das Finanzministerium will laut dem Blatt aus Kostengründen die Förderung auf einen Steuerabzug der gezahlten Versicherungsbeiträge begrenzen. Das hält Bahr für unzureichend. Die SPD hatte eine Blockade dieser Pläne im Bundesrat angekündigt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »