Ärzte Zeitung online, 28.06.2012

Bahr lobt Pflegereform

FREIBURG (dpa). Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat die bevorstehende Reform der Pflegeversicherung als wichtige Verbesserung etwa für Demenzkranke verteidigt.

In einem Interview mit der "Badischen Zeitung" vom Donnerstag verwies er darauf, dass etwa eine halbe Million Demenzkranke ab 2013 erstmals eigenständige Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bekämen. Dies sei gerade vor dem Hintergrund des Spardrucks im Zuge der Eurokrise ein Fortschritt.

Bahr betonte auch, dass der Staat im Zuge der Reform erstmals die private Pflegevorsorge fördere: "Das ist wichtig, weil die Pflegeversicherung immer eine Teilkostenabsicherung war und bleiben wird."

Vorwürfe, die Förderung falle zu knapp aus, wies Bahr zurück. Diese Einwände habe es auch bei der Einführung der Riester-Rente gegeben, die sich inzwischen für Millionen Bürger bewährt habe: "Was bei Riester richtig war, ist auch bei Pflege nötig", sagte Bahr.

Die schwarz-gelbe Pflegereform soll an diesem Freitag im Bundestag verabschiedet werden.

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Pflegereform (76)
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Daniel Bahr (1067)
[28.06.2012, 15:53:35]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Ba(h)r jeder Vernunft 2.0 ?
Ich kann doch nicht als zuständiger Fachminister mit viel Eigenlob die Fortschritte für eine halbe Million Demenzkranke ab 2013 als großartige Errungenschaft der g e s e t z l i c h e n Pflegeversicherung über den grünen Klee loben. Um im gleichen Atemzug Dieselbe für "schrottreif" zu erklären, weil nur dies die Forderung nach einer p r i v a t e n Pflege-z u s a t z -versicherung begründen würde.

Den Vergleich mit der Riester-Rente muss ich barsch zurückweisen. Ob sich "Riestern" bei AWD, Deutscher Ring und anderen Versicherungskonzernen bewährt haben wird, erweist sich erst, wenn dieser Typus der privaten Rentenzusatzversicherung nach jahrzehntelangen Einzahlungen auch a u s g e z a h l t wird. Bis dahin bleiben die Bahr' schen 5 € mtl. für die Pflegezusatzversicherungen reine "Trostpflaster für die Pflege".

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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