Ärzte Zeitung, 23.10.2010

Gentests an Embryonen: FDP contra Merkel

FRANKFURT/MAIN (eb). In der neu entflammten Debatte um die Präimplantationsdiagnostik (PID) stellt sich die FDP gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ein grundsätzliches Verbot der PID werde sie nicht akzeptieren, sagte die FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Gentests an Embryonen: FDP contra Merkel

Angela Merkel und Birgit Homburger: unterschiedliche Linien bei der PID.

© dpa

Homburger äußerte zugleich aber den Wunsch, nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen: "Ich würde es bevorzugen, beim Thema PID eine Lösung mit unserem Koalitionspartner zu finden". Sollte dies aber nicht möglich sein, so Homburger, werde man "die Sache mit Initiativen aus der Mitte des Parlaments regeln".

Eine vollständige rechtliche Freigabe von Gentests an präimplantierten Embryonen, mit denen etwa "die Augenfarbe eines Kindes ausgesucht werden kann", lehnte sie allerdings ab.

Merkel hatte sich am vergangenen Wochenende für ein striktes Verbot der PID ausgesprochen. Daraufhin war ein Streit in der schwarz-gelben Koalition über die künftige Neuregelung des Embryonenschutzgesetzes entbrannt. Anfang der Woche wurden Forderungen aus der FDP, aber auch aus der Union laut, bei dieser Entscheidung den Fraktionszwang aufzuheben.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchesters bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »