Ärzte Zeitung online, 04.11.2010
 

Familienministerin will für PID stimmen

HAMBURG (eb). Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat ihren Widerstand gegen ein mögliches Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) bekräftigt. "Ich werde im Bundestag gegen ein Verbot stimmen", sagte sie der Onlineausgabe des "Hamburger Abendblatts".

Familienministerin will für PID stimmen

Kristina Schröder (CDU) plädiert für eine Zulassung der Präimplantationsdiagnostik, "allerdings in sehr engen Grenzen".

© dpa

"Ich bin für eine Zulassung der Präimplantationsdiagnostik, allerdings in sehr engen Grenzen", sagte sie. Ihr gehe es allerdings nicht darum, Wunschkinder nach Maß zu designen. Dafür sei die künstliche Befruchtung auch viel zu belastend, so Schröder.

Bei Embryonen, die aufgrund einer PID verworfen würden, kann es sich nach ihren Worten nur um solche mit "sehr schwerwiegenden Erbkrankheiten" handeln. Man müsse sich vor Augen führen, was eine Totgeburt im siebten oder achten Monat für ein Paar bedeutet, sagte die Ministerin. In ihrer persönlichen Abwägung komme sie zu dem Schluss, "dass es für die befruchtete Eizelle keinen absoluten Schutz geben kann."

Schröder warnte zudem davor, mit zweierlei Maß zu messen: "Auch mit der Spirale oder der 'Pille danach‘ können befruchtete Eizellen abgetötet werden." Wer die befruchtete Eizelle unter absoluten Schutz stellen wolle, müsse dann folglich auch die Spirale und die "Pille danach" verbieten.

Auch den Vorstoß der Bundesärztekammer, einen Katalog von Indikationen festlegen, lehnte Schröder ab. Dies wäre "hochproblematisch", sagte sie. "Wir können aber ein Verfahren festlegen und beispielsweise vorschreiben, dass das Paar einen zweiten Arzt hinzuziehen oder eine Ethikkommission die Entscheidung treffen muss."

Lesen Sie dazu auch:
Ärzte fordern klare Regeln für Umgang mit PID
Merkel: Tests an Embryonen sind eine Gewissensentscheidung
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