Ärzte Zeitung, 22.05.2011

Bundesfamilienministerin wirbt für Embryonentests

BERLIN (dpa). Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) geht davon aus, dass sich die Befürworter von Gentests an Embryonen aus dem Reagenzglas durchsetzen werden. Im Juni steht dazu die Bundestagsentscheidung an.

Die Ministerin möchte Abgeordnete gewinnen, die eine begrenztere Zulassung der PID beantragen, wie sie im "Spiegel" ankündigte. Für Eltern mit erblichen Krankheitsrisiken solle es möglich sein, Embryonen bei der Präimplantationsdiagnostik (PID) nach künstlicher Befruchtung genetisch untersuchen zu lassen. Das sei zum Beispiel beim Risiko von Totgeburten gerechtfertigt.

"Wenn klar ist, dass eine genetische Disposition vorliegt und im Rahmen einer künstlichen Befruchtung Embryonen so ausgewählt werden könnten, genau das zu verhindern, dann halte ich es für richtig, das zu machen."

Bei den Ethikkommissionen, die ihrer Ansicht nach über PID-Fälle entscheiden sollen, möchte Schröder die Kirchen einbinden. Sie würde es "sehr begrüßen, wenn sich die Kirchen an den PID-Kommissionen beteiligen würden", sagte sie. Im Bundestag liegen drei Gesetzentwürfe von PID-Gegnern und -Befürwortern vor, über die im Juni ohne Fraktionszwang abgestimmt werden soll.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Schützt Blutdrucksenkung auch vor Demenz?

Bei medikamentöser antihypertensiver Therapie war in einer US-Studie das Demenzrisiko deutlich reduziert. Das könnte eine Hoffnung für Demenz-Patienten sein. mehr »

Hausärzte zur Kooperation mit Pflegeheimen verpflichtet

Union und SPD bringen ihr zweites Gesetzespaket in der Gesundheitspolitik auf den Weg. Es geht um ein Milliarden Euro schweres Pflege-Programm. mehr »

"Keine Angst, man schläft nicht in der Praxis!"

Zwei Mediziner mit eigener Praxis berichten Jungärzten offen von Licht und Schatten der Niederlassung. mehr »