Ärzte Zeitung, 13.01.2017
 

Zukunft gestalten

Forschergeist für bessere Versorgung

Auch Forschungsprojekte werden durch den Innovationsfonds gefördert – darunter einige, bei denen das WIdO mitmacht.

BERLIN. Woran kann man erkennen, dass die Wohn- und Versorgungssituation eines Patienten über kurz oder lang ins Pflegeheim führt? Lässt sich dieser Prozess verzögern oder gar stoppen? Das sind nur zwei der Fragen, auf die ein Forschungsprojekt unter Beteiligung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) Antworten sucht.

Das WIdO ist an insgesamt acht Projekten zur Versorgungsforschung, die aus dem Innovationsfonds unterstützt werden, beteiligt. Zwei dieser Projekte beschäftigen sich mit der Sicherheit in der Arzneimittelversorgung. So untersucht das WIdO die Behandlungsergebnisse der Hausärztlichen Initiative zur Optimierung der Patientensicherheit bei Polypharmazie. Hintergrund: In Deutschland wenden etwa 36 Prozent der über 65-Jährigen und 42 Prozent der über 85-Jährigen mehr als fünf Arzneimittel gleichzeitig an.

Nicht alle Medikamente vertragen sich miteinander. An dieser Stelle knüpft das zweite Arzneimittel-Projekt an. Es geht der Frage nach, an welchen Merkmalen sich die Unverträglichkeit verschiedener Medikamente miteinander frühzeitig erkennen lässt.

Weitere Forschungsvorhaben beschäftigen sich mit der Versorgung von Patienten, die an der Wirbelsäule operiert wurden. Es geht hier vor allen Dingen darum, auffällige regionale Unterschiede bei der Anzahl der Operationen zu erklären. Um die Ursachenforschung regionaler Unterschiede geht es auch bei der KARDIO-Studie.

Allerdings untersuchen das WIdO und seine Partner hier ebenso, wie durch einheitliche Behandlungspfade die Therapieentscheidung bei Koronarer Herzkrankheit (KHK) verbessert wird. Ein weiteres Forschungsvorhaben beschäftigt sich mit dem Thema "Sektorenübergreifende Inanspruchnahme ambulanter Versorgungsstrukturen von Notaufnahmepatienten".

Der Innovationsausschuss des GBA wählte 62 Förderprojekte aus ursprünglich fast 300 Anträgen aus. Die Fördersumme für die 62 Projekte beträgt insgesamt 75 Millionen Euro. (rbr)

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