Sonderdruck A4, 12.06.2009

Rabatte werden zur Regel

Mit den Rabattverträgen der AOK wird der Anteil rabattierter Arzneien, die zu Lasten der GKV verordnet werden, weiter steigen.

Von Florian Staeck

Die Menge der abgegebenen Packungen ist von im Schnitt 40 Prozent im Jahr 2008 auf 48 Prozent im März 2009 gestiegen.

Berücksichtigt man die Menge der insgesamt zu Lasten der gesetzlichen Kassen abgegebenen Packungen, dann entfielen im März 2009 bereits 48 Prozent auf rabattierte Produkte. Im Jahr 2008 waren es noch 40 Prozent gewesen, meldet das Marktforschungsinstitut IMS Health.

Bescheidener sind die Zahlen, wenn man den Umsatz der rabattierten Arzneimittel zum Maßstab nimmt. Dann machen Rabattprodukte im März 2009 lediglich 17 Prozent des gesamten GKV-Markts aus. Das erklärt sich daraus, dass - gemessen am Absatz -  95 Prozent der Rabattverträge durch Generika abgedeckt werden. Hingegen gibt es bisher für oftmals hochpreisige, patentgeschützte Präparate nur wenige Rabattverträge.

Entsprechend dominant fällt auch der Anteil der rabattierten Arzneimittel aus, wenn man nur das Generika-Segment betrachtet: Für 63 Prozent der abgegebenen Packungen gab es einen Rabattvertrag, im ersten Halbjahr 2008 waren es lediglich 54 Prozent, teilt IMS mit.

Nicht nur die AOK-Verträge für 63 Wirkstoffe werden dafür sorgen, dass dieser Anteil 2009 kräftig steigen wird. Auch andere Krankenkassen, die vom Bundesversicherungsamt beaufsichtigt werden, sind aufgefordert worden, ihre bisherigen Sortimentsverträge -  die nur mit einem Hersteller geschlossen wurden - europaweit neu auszuschreiben. Der Aufwärtstrend des Anteils von Rabattverträgen im Generikasegment fällt nach Angaben von IMS bei den einzelnen Kassenarten allerdings unterschiedlich aus.

Die stärkste Zunahme von rabattierten Arzneimitteln hat es seit 2008 im AOK- und im BKK-System gegeben.

So stieg beispielsweise bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) der Anteil abgegebener Packungen mit Rabatt zwischen März 2008 und März 2009 um sieben Prozentpunkte von 60 auf 67 Prozent. Bei der Barmer Ersatzkasse betrug der Zuwachs im gleichen Zeitraum acht Prozentpunkte und belief sich im März dieses Jahres auf 63 Prozent. Dagegen sprang bei den Betriebskrankenkassen binnen eines Jahres der Anteil der rabattierten Medikamente von 43 auf 67 Prozent.

Mehr als verdoppelt hat sich bei der AOK der Marktanteil rabattierter Präparate, und zwar von 25 (März 2008) auf 68 Prozent (März 2009). Grund dafür ist, dass die regionalen Ortskrankenkassen schrittweise für einzelne Wirkstoffe oder für ganze Sortimente Verträge geschlossen haben. Und mit den neuen Verträgen dürfte der Anteil noch weiter steigen.

Lesen Sie dazu mehr:
Special Rabattverträge

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