Ärzte Zeitung online, 07.06.2017

Neue Datenbank "Null-Euro-Ärzte"

Werden Ärzte mittelbar in ein schlechtes Licht gerückt?

DIE FRAGE

Sie haben heute in der "Ärzte Zeitung" über die neue Datenbank von Correctiv ("Null-Euro-Ärzte") berichtet. Meine Frage: Werden jetzt nicht die Ärzte, die transparent gemacht haben, woher sie Zahlungen bekommen haben, zumindest mittelbar in ein schlechtes Licht gestellt?

Ich bin eigentlich für Transparenz, weil die Teilnahme an sauberen Studien nichts Ehrenrühriges ist. Aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich mich da gut positioniert habe...

DIE ANTWORT

Ärztinnen und Ärzte, die sich für eine Veröffentlichung im Rahmen des Transparenzkodex entschieden haben, können gegenüber ihren Patienten selbstbewusst argumentieren: Kooperationen von Medizinern mit der Industrie dienen der Entwicklung neuer Medikamente, der Verbesserung der Behandlung und der Information über neue Entwicklungen in der Arzneimitteltherapie.

vfa und FSA halten deshalb die Berichterstattung von Correctiv und SIEGEL ONLINE zu ihrer neuen Datenbank für problematisch. Denn hier wird Misstrauen gegen die Ärzte geschürt, die für eine bestmögliche Behandlung ihrer Patienten mit der Industrie zusammenarbeiten. Es wird der Eindruck erweckt, man könne nur Ärzten vertrauen, die sich nicht am Wissensaustausch mit forschenden Pharmafirmen beteiligen. vfa und FSA entgegnen: Ohne die Zusammenarbeit von Industrie und Medizinern gäbe es aber kaum Arzneimittelforschung in Deutschland und auch der notwendige Wissenstransfer könnte für die meisten Ärzte nicht mehr stattfinden. Das wäre zum Schaden von Patientinnen und Patienten, denn die Qualität ihrer medizinischen Versorgung würde leiden.

Topics
Schlagworte
Transparenzkodex (8)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mehr Handhygiene in der Kita – weniger Atemwegsinfekte

Handhygieneprogramme in Kitas, bei denen Desinfektionsmittel eingesetzt werden, tragen offenbar dazu bei, Atemwegsinfektionen bei unter Dreijährigen deutlich zu verringern. mehr »

Tipps zur COPD-Diagnostik

Viele COPD-Patienten werden als solche gar nicht erkannt, bei anderen wird die Diagnose vorschnell gefällt. Anlässlich des heutigen Welt-COPD-Tags erinnern wir an die neuen deutschen Leitlinien und grundlegende Änderungen. mehr »

Medikationspläne oft nicht genutzt

Medikationspläne – zumindest frei erstellte – verbessern die Arzneimittel-Therapiesicherheit wohl nicht wie erhofft. Das legt nun eine Studie der Uni Greifswald nahe. mehr »