Ärzte Zeitung, 03.06.2008

Krankenkassen fahren Minus von einer Milliarde Euro ein

Regierung hofft für 2008 auf ausgeglichenes Ergebnis

BERLIN (fst). Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Quartal dieses Jahres ein Minus von 1,07 Milliarden Euro verbucht.

Damit ist das Defizit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 300 Millionen Euro gestiegen, hat das Bundesgesundheitsministerium gestern mitgeteilt. Dennoch hofft die Regierung für 2008 auf ein "annähernd ausgeglichenes Finanzergebnis". Ein Grund dafür ist der Bundeszuschuss von 2,5 Milliarden Euro, der an die gesetzlichen Kassen in zwei Tranchen erst zum 1. Mai und 1. November ausgezahlt wird.

Positiv ist die Einnahmeentwicklung mit einem Beitragsplus von 3,4 Prozent je Mitglied im Vergleich zum ersten Quartal 2007 verlaufen. Ursächlich dafür war vor allem der mit 2,2 Prozent vergleichsweise starke Anstieg der Grundlöhne. Im Vorjahresquartal hatte der Zuwachs nur 0,5 Prozent betragen. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt spiegelt sich in der gestiegenen Zahl beitragszahlender GKV-Mitglieder, die im Vergleich zum Vorjahr um 672 000 zugenommen hat.

Für ärztliche Honorare haben die Kassen im ersten Quartal 3,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum ausgegeben. Dabei sind nach Angaben des Ministeriums die Honorare für Früherkennungsuntersuchen (plus 7,7 Prozent) noch nicht enthalten.

Die Arzneiausgaben stiegen im gleichen Zeitraum um 5,2 Prozent. Im stationären Sektor betrug das Ausgabenplus 2,8 Prozent je Mitglied und lag damit deutlich höher als im Vorjahr (0,4 Prozent). Die höchsten Ausgabensteigerungen verbuchten die Kassen für Schutzimpfungen (plus 60 Prozent).

Ausgabenplus von 4,3 Prozent
Veränderung je GKV-Mitglied in Prozent 1. Quartal 2008 im Vergleich zum 1. Quartal 2007
 
Bund
Leistungsausgaben insgesamt
4,3 %
Ärztliche Behandlung
3,9 %
Zahnbehandlung (kons-chirurg.)
1,1 %
Zahnersatz
0,2 %
Arznei- u. Verbandsmittel insgesamt
5,2 %
Häusliche Krankenpflege
13,1 %
Krankenhausbehandlung
2,8 %
Krankheitsverhütung/soziale Dienste
48,6 %
Krankengeld
7,1 %
Fahrkosten
8,1 %
Kuren und Rehabilitation
1,6 %
Verwaltungskosten
0,4 %
Beitragspflichtige Einnahmen
2,2 %
Überschuss/Defizit in Mio. Euro
- 1.073
Quelle: BMG/KV45, Tabelle: ÄRZTE ZEITUNG

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