Ärzte Zeitung, 19.06.2008

Zusatzbeitrag verstärkt Wunsch nach Wechsel

Kassen, die mit ihrem Beitragssatz nicht auskommen, könnten Versicherte verlieren

ESSEN (ras). Bei Erhebung eines Zusatzbeitrages durch die eigene Krankenkasse würden 35 Prozent der gesetzlich Versicherten sicher oder sehr wahrscheinlich ihre Kasse wechseln.

Krankenkassen dürfen nach Einführung des Gesundheitsfonds im Jahr 2009 immer dann einen Zusatzbeitrag erheben, wenn sie mit dem von der Politik festgesetzten einheitlichen Beitragssatz nicht auskommen sollten.

Der BKK Bundesverband in Essen hat telefonisch 1200 gesetzlich Krankenversicherte im Alter zwischen 18 und 65 Jahre befragt, ob sich der Zusatzbeitrag oder mögliche Prämienzahlungen auf ihr Wechselverhalten auswirken würden.

Zusatzzahlungen in Höhe von zehn Euro würden danach 27 Prozent der Versicherten zu einem Wechsel zu anderen Kassen bewegen. Bei 20 Euro würde sich sogar die Hälfte aller Befragten ernsthaft überlegen, die Kasse zu wechseln.

Allerdings ist die Wechselbereitschaft vor allem bei den Versicherten, die mit dem Leistungsangebot und Service ihrer Krankenkasse zufrieden sind, deutlich geringer ausgeprägt. Falls die konkurrierende Krankenkasse dagegen mit besseren Leistungsangeboten aufwartet, würde dies bei 45 Prozent der Versicherten die Wechselabsicht verstärken. Dies trifft auch für 44 Prozent der Kunden zu, die bereits fünf Jahre oder länger ihrer Kasse treu geblieben sind.

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