Ärzte Zeitung online, 07.07.2008

Krankenkassen wollen mehr Geld, wenn Arzthonorare steigen sollten

BERLIN (dpa). Nach Berichten über eine deutliche Erhöhung der Ärztehonorare in Deutschland pochen die Krankenkassen auf mehr Steuergeld.

"Dann müsste der Bundeszuschuss für die Krankenkassen im nächsten Jahr auf 6,5 Milliarden Euro angehoben werden - die 4 bereits zugesagten Milliarden Euro für die beitragsfreie Versorgung von Kindern und die jetzt neu angekündigten 2,5 Milliarden Euro für höhere Arzthonorare", sagte Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, am Montag der dpa in Berlin.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich nach unwidersprochenen Medienberichten mit mehreren Ministerpräsidenten darauf geeinigt, den niedergelassenen Ärzten von 2009 an mindestens 2,5 Milliarden Euro mehr Geld zukommen zu lassen. Auch die verhältnismäßig hohen Gehälter der Mediziner in Bayern und Baden- Württemberg würden dann steigen.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte der dpa, es werde keinen höheren Bundeszuschuss über die bisherigen Pläne hinaus geben. Die Steuermittel würden nach der jüngsten Gesundheitsreform ohnehin jährlich angehoben. Eventuelle Mehrausgaben für die Ärzte würden 2009 aus Mitteln des dann bestehenden Gesundheitsfonds beglichen. In den Fonds fließen die Beiträge von Arbeitgebern- und Arbeitnehmern sowie die Steuerzuschüsse.

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