Ärzte Zeitung online, 26.08.2008

Datenschutz: Die DAK betreibt Schadensbegrenzung

NEU-ISENBURG (eb). Nach Berichten über problematischen Umgang mit Versichertendaten in Call-Centern versucht die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) jetzt, den Imageschaden zu begrenzen. In einer Mitteilung garantiert die Kasse einen "kompromisslosen Datenschutz". Mitarbeiter in Call-Centern für Patientenschulungsprogramme erhielten Daten immer erst, nachdem sie ihr Einverständnis erklärt haben, so die Kasse.

Partner der DAK bei dem Programm "DAK besser leben" ist die deutsche Tochter des Dienstleisters Healthways. Bei dem Programm handele es sich um eine telefongestützte Schulung von Patienten mit den Diagnosen Diabetes, Herzinsuffizienz, KHK und COPD. Ziel sei es, die Therapietreue des Patienten zu verbessern, heißt es in der Mitteilung. Die Patienten sollten in kleinen Schritten einen gesundheitsorientierten Lebensstil erlernen. Gerade dieses Programm war von Datenschützern zuletzt kritisiert worden. Das Bundesversicherungsamt hatte nach Medienberichten sogar erwogen, das ganze Projekt zu stoppen.

Dagegen argumentiert die Kasse in ihrer aktuellen Mitteilung, die telefonische Ansprache der Teilnehmer werde immer vorab schriftlich angekündigt. Im ersten Schritt erhalte jeder Versicherte eine Programmbeschreibung mit dem Hinweis, dass er in den kommenden Tagen angerufen wird. Einige Tage nach Erhalt dieses Schreibens würden die Versicherten dann telefonisch kontaktiert. Zu diesem Zeitpunkt hätten die medizinischen Fachkräfte lediglich die Kontaktdaten (Name, Telefonnummer etc.) der Versicherten. In dem Gespräch würden Fragen zum Programm beantwortet. Dieses Gespräch sei aber noch nicht Bestandteil des Betreuungsprogramms.

Erst wenn die Versicherten die Teilnahmeerklärung unterschrieben hätten, erhielten die Krankenschwestern Informationen über Erkrankung, Medikation und Krankenhausaufenthalte. Dann erst beginne die Betreuung der Patienten. Wenn ein Versicherter nicht oder nicht mehr an dem Programm teilnehmen wolle, würden sämtliche Daten sofort von Healthways gelöscht. Healthways werde bei der Akquise und der Beratung im Auftrag der DAK tätig. Dabei unterlägen die Mitarbeiter den gleichen strengen Datenschutzbestimmungen wie die Mitarbeiter der DAK. Das Verfahren dieser Daten sei auch dem Bundesversicherungsamt als zuständiger Aufsicht angezeigt worden. Die Beratungsgespräche zwischen den Krankenschwestern und den Versicherten seien zudem vertraulich. Die DAK erhalte aus diesen Gesprächen keinerlei Daten.

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