Ärzte Zeitung online, 12.09.2008

Krankenkasse: Alkoholhersteller sollen Behandlung für Komasäufer zahlen

BERLIN (dpa). Wegen der steigenden Kosten für jugendliche "Komasäufer" will die Deutsche Betriebskrankenkasse (BKK) die Hersteller alkoholischer finanziell in die Verantwortung nehmen. Seit 2004 sei die Zahl der alkoholbedingten Klinikaufenthalte Jugendlicher um 28 Prozent gestiegen, teilte die Krankenkasse am Freitag mit.

"Die Alkoholindustrie sollte einen Teil der Krankenhauskosten übernehmen", forderte Vorstandsvorsitzender Achim Kolanoski.

Für 2008 erwarte die Kasse eine Rekordzahl von 210 Komasäufern, die durchschnittlichen Kosten für den Krankenhausaufenthalt lägen bei 500 Euro pro Fall. Das bedeute Mehrausgaben von 105 000 Euro. Die Alkoholindustrie spreche mit ihrer Werbung gezielt junge Konsumenten an und verdiene an den Verkäufen, ohne an den Folgekosten von übermäßigem Alkoholkonsum beteiligt zu werden. Deutschlands größte Betriebskrankenkasse schlägt daher eine prozentuale Beteiligung der Alkoholindustrie pro verkauftem Liter Alkohol vor, die für Suchtprävention und Krankenhauskosten verwendet werden soll.

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