Ärzte Zeitung online, 22.09.2008

Ab 2010 sollen Krankenkassen-Beiträge steuerlich absetzbar sein

BERLIN (eb). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) wollen die Steuerzahler vom 1. Januar 2010 an um rund neun Milliarden Euro entlasten. Medienberichten zufolge dürfen Beschäftigte und Selbstständige dann die Kosten für die Krankenversicherung vollständig steuerlich geltend machen. Auf Maßnahmen zur Gegenfinanzierung wolle die Koalition verzichten.

Hintergrund ist die vom Bundesverfassungsgericht (BVG) bis 2010 geforderte steuerliche Abzugsfähigkeit der Beiträge zur Krankenversicherung. Das BVG hatte gefordert, dass die Krankenversicherungsbeiträge für Privatversicherte steuerlich abzusetzen seien. Die SPD hatte danach erklärt, eine einseitige Entlastung allein der Privatversicherten sei nicht zu akzeptieren. Steinbrück kündigte deshalb an, dass auch die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen von der steuerlichen Anrechenbarkeit profitieren sollten. Von den Ausfällen bei der Einkommensteuer tragen Bund und Länder jeweils 42,5 Prozent, die Kommunen 15 Prozent. Offenbar erwägt Steinbrück, die rund 3,5 Milliarden Euro Verlust des Bundes durch Einnahmen aus der Versteigerung von Kohlendioxid-Zertifikaten für den Emissionshandel auszugleichen.

Nach den Regierungsplänen soll jeder Steuerzahler im Jahr durchschnittlich um rund 320 Euro entlastet werden, errechnete das Finanzministerium laut "Spiegel". Bei freiwillig gesetzlich Versicherten könne die Entlastung auf mehr als 1 000 Euro steigen. Noch stärker dürften privat versicherte Gutverdiener mit Kindern profitieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »

Die Therapiekünste eines Kung-Fu-Meisters

Ein Kampfsportler stößt mit seinem Gesundheitskonzept bei Medizinern auf Interesse. Ein Arzt ist sogar geneigt, von einem Wunder nach der Therapie durch Chu Tan Cuong zu sprechen. mehr »