Ärzte Zeitung, 24.09.2008
 

Zwei Ärztinnen als feste Ansprechpartner im Pflegeheim

AOK Brandenburg startet Projekt "Pflegeheim Plus" / Zahl der Notfalleinweisungen soll verringert werden

BERLIN (ami). Zur Verbesserung der ärztlichen Betreuung von Pflegeheimbewohnern hat die AOK Brandenburg ein neues Projekt gestartet.

Seit August sind zwei Allgemeinmedizinerinnen feste Kooperationspartner im Modell "PflegeheimPLUS", das die märkische AOK im Städtischen Alten- und Altenpflegeheim Eisenhüttenstadt anbietet. Rund 120 AOK-Versicherte sollen dort von der verbesserten ärztlichen Betreuung profitieren. Das sind nach Angaben der AOK etwa 70 Prozent der Heimbewohner.

Ziel ist es, dass auch an Wochenenden und Feiertagen die ärztliche Versorgung sichergestellt ist. So sollen Notfall-Einweisungen ins Krankenhaus während der sprechstundenfreien Zeiten möglichst vermieden werden.

Weitere Ärzte können sich jederzeit anschließen.

Zudem versprechen sich die Projektpartner, dass der Einsatz von Bereitschaftsärzten, der oft zu doppelten Untersuchungen und wechselnden Therapien führt, verringert wird. Die teilnehmenden Hausärztinnen haben sich verpflichtet, in Notsituationen auch außerhalb der Sprechzeiten telefonisch für das Pflegepersonal erreichbar zu sein. Zudem führen sie regelmäßig Visiten bei den Heimbewohnern durch. Dem Projekt können sich jederzeit weitere Fach- und Zahnärzte anschließen.

Anders als das Vorzeige-Projekt der Berliner AOK "Die Pflege mit dem Plus" (wir berichteten) setzt es nicht auf die ausschließliche Kooperation des Pflegeheimes mit einem einzigen Arzt, sondern ist offen für die Teilnahme weiterer Ärzte.

Auf diese Weise kann ein Pool von Ärzten entstehen, die fest mit dem Pflegeheim zusammenarbeiten. Die Ärzte erhalten für die Rufbereitschaft und ihre Leistungen im Rahmen des Projektes eine erfolgsabhängige Vergütung. Sie werden nach Angaben der AOK Brandenburg an den Einsparungen beteiligt, die durch die Vermeidung von Krankenhauseinweisungen und Transporten erzielt werden.

Die märkische AOK will ein ähnliches Modell als Integrationsprojekt in einer weiteren Region anbieten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Heilsamer Druck zur Innovation

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