Ärzte Zeitung, 22.10.2008

BKK für Heilberufe sieht 2009 für sich neue Chancen

Kasse ist immer noch mit Schuldenabbau beschäftigt / Morbi-RSA soll für höhere Fonds-Zuweisungen sorgen

KÖLN (iss). Die BKK für Heilberufe will künftig wieder stärker Flagge zeigen. "Wir werden uns spezifisch an die Klientel im Heilberufebereich wenden", kündigt der Vorstandsvorsitzende der Betriebskrankenkasse Hans-Joachim Röminger an.

Die 1996 gegründete Kasse war wegen ihres günstigen Beitragssatzes sehr stark gewachsen. Als die Ausgaben stiegen, erhöhte das Management zu spät den Beitragssatz. Die Folge war ein Schuldenberg von 365 Millionen Euro. Im Februar 2003 wurde der Vorstand entlassen, der BKK-Verbund stand für die Schulden ein. Beitragssatzsteigerungen führten zur Abwanderung vieler Mitglieder zur Konkurrenz.

Bei der Entschuldung hat die BKK für Heilberufe große Fortschritte gemacht, berichtet Röminger. Am Jahresende 2008 wird zwar ein Minus bleiben, das ist aber durch ein sogenanntes haftungsloses Darlehen gedeckt. Die Kasse will das Defizit in den nächsten Jahren aus eigener Kraft ausgleichen.

Im Jahr 2009 werden sich die Bedingungen für die Kasse durch den Gesundheitsfonds und den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich deutlich verbessern, erwartet der Vorstandschef. Durch den neuen Finanzausgleich werde die BKK für Heilberufe für junge kranke Versicherte höhere Zahlungen als bisher erhalten. "Außerdem richtet sich die ärztliche Vergütung, die wir zahlen müssen, mehr nach der tatsächlichen Inanspruchnahme und nicht mehr nach überhöhten Vereinbarungen", sagt Röminger. Die Kasse klagt seit Langem darüber, dass sie zu hohe Kopfpauschalen zahlen muss.

Auch der einheitliche Beitragssatz von 15,5 Prozent komme der BKK für Heilberufe entgegen, sagt er. Zurzeit beträgt der Satz 15,3 Prozent, hinzu kommen die 0,9 Prozent, die Mitglieder selbst tragen müssen.

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