Ärzte Zeitung online, 07.04.2009

Beschwerden über Versicherungen auf Rekordniveau

MÜNCHEN (dpa). Die Verbraucher haben sich im vergangenen Jahr häufiger über ihre Versicherungen beschwert als je zuvor. Die Zahl der Beschwerden sei um gut sieben Prozent auf knapp 19 000 gestiegen, sagte Versicherungs-Ombudsmann Günter Hirsch dem Anlegermagazin "Börse Online" am Montag.

Bislang war 2006 das Jahr mit den meisten Reklamationen. Der Anstieg habe möglicherweise damit zu tun, dass das Klima zwischen Versicherungen und Kunden rauer geworden sei, sagte Hirsch.

"Meine Mitarbeiter sagen mir, dass es früher leichter war, in zweifelhaften Fällen eine Kulanzentscheidung des Versicherers zu bekommen", sagte er. Hirsch hatte das Amt im April 2008 von Wolfgang Römer übernommen, der die Stelle seit ihrer Gründung im Jahr 2001 innehatte. Er ist für Streitigkeiten bei fast allen Privatversicherungen zuständig. Nur für Kranken- und Pflegeversicherungen gibt es einen eigenen Ombudsmann.

Hirsch widersprach der Einschätzung, Versicherer wollten sich generell vor Zahlungen drücken. "Die Wirklichkeit sieht oft anders aus." Zwar suchten die Profis der Versicherer im Schadensfall umso gründlicher nach Schwachpunkten, je höher die Summen seien, um die es geht. "Aber das ist auch legitim." Hirsch riet Versicherungskunden, in einem Versicherungsvertrag eher zu viele als zu wenige Details zu nennen. Auch sollten sie genau lesen, was sie unterschreiben.

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