Ärzte Zeitung, 24.07.2009

AOK Sachsen-Anhalt mit Plus im ersten Quartal

Keine Zusatzbeiträge nötig / Zuwachs bei Versicherten

MAGDEBURG (zie). Keine Zusatzbeiträge in diesem und dem kommenden Jahr - das verspricht die AOK Sachsen-Anhalt ihren Versicherten. Die Zeichen stehen gut.

"Nachdem wir bereits 2008 einen Überschuss von 82,4 Millionen Euro erarbeiten und damit unsere Entschuldung abschließen konnten, haben wir im ersten Quartal dieses Jahres weitere 31 Millionen Euro draufgelegt”, so Uwe Deh, Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt.

Das hört sich sehr viel an, doch Deh relativiert: "Das Plus entspricht in etwa der Summe, die wir jeweils von Montag bis Mittwoch für die medizinische Versorgung unserer Versicherten ausgeben.” Außerdem brauche man ein Polster, um auch in schwierigeren Zeiten ein verlässlicher Partner zu bleiben. Allein für dieses Jahr rechnet Deh mit einem GKV-Minus von rund drei Milliarden Euro.

Da das Defizit durch ein Bundesdarlehen ausgeglichen werde, blieben Versicherte noch von den Auswirkungen verschont. Spätestens bis Ende 2011 aber müsse das Darlehen zurückgezahlt werden, während die Lücken im Fonds weiter steigen: 2010 um etwa sieben und 2011 um rund 13 Milliarden Euro - so die Vermutungen des AOK-Chefs.

"Das ist Sprengsatz, der nach der Bundestagswahl zu explodieren droht." In Sachsen-Anhalt bemühe sich die AOK, "so stabil zu bleiben, um auch bei weniger gefülltem Fonds nicht in die roten Zahlen zu rutschen und die Versicherten nicht zusätzlich zu belasten”, sagt Deh. Bis Ende 2010 sei das sicher.

Im ersten Quartal dieses Jahres hat die Landes-AOK mit 70,7 Millionen Euro rund 30 Prozent mehr Geld für medizinische Versorgung bereitgestellt im Vorjahreszeitraum. Allein für die Versorgung der rund 200 000 Diabetiker, Herz-Kreislauf-Erkrankte und COPD-Patienten in strukturierten Behandlungsprogrammen stünden jährlich knapp 730 Millionen Euro bereit.

Mit den jüngst geschlossenen Verträgen zur Früherkennung von Nierenerkrankungen sowie der wohnortnahen Palliativversorgung zeige die AOK, dass sie auch weiter auf integrierte Versorgungsformen setze. Dies, so Deh, honorierten immer mehr Menschen im Land. "Woche für Woche nehmen wir rund 1000 Frauen und Männer auf." Die AOK Sachsen-Anhalt hat einen Marktanteil von 33,6 Prozent.

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